Zwischenanalyse belegt Potenzial von neoadjuvantem Pembrolizumab beim 3-fach negativen Brustkrebs

  • New England Journal of Medicine

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Die neoadjuvante Gabe von Pembrolizumab zusätzlich zu etablierten Chemotherapie-Regimen hat bei Frauen mit frühem 3-fach-negativem Brustkrebs in einer ersten Zwischenanalyse das pathologisch komplette Ansprechen bis zur definitiven Operation um 13,5 Prozentpunkte erhöht und die Rate des ereignisfreien Überlebens um 4 Prozentpunkte.

Hintergrund

Eine neoadjuvante Chemotherapie ist bei der Behandlung von Patientinnen mit frühem, 3-fach negativem Brustkrebs und hohem Risiko gegenwärtig die bevorzugte Therapie. Der Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab hat in vorausgegangenen Studien nach Einschätzung der Autoren eine „vielversprechende Anti-Tumoraktivität und ein akzeptables Sicherheitsprofil“ gezeigt, sodass die Hoffnung besteht, dass die Kombination beider Therapien den Anteil der Patientinnen erhöhen könnten, die ein komplettes pathologisches Ansprechen zum Zeitpunkt der definitiven Operation erreichen.

Design

Erste Zwischenanalyse für 602 Patientinnen mit zuvor unbehandeltem 3-fach negativem Brustkrebs im Stadium 2 oder 3, die an der randomisierten Phase-3-Studie KEYNOTE-522 teilgenommen haben. Sie erhielten alle 3 Wochen eine Chemotherapie mit Paclitaxel und Carboplatin und zusätzlich 4 Zyklen Pembrolizumab (200mg) oder Placebo. Anschließend erhielten beide Gruppen 4 Zyklen Pembrolizumab oder Placebo, beide Gruppen bekamen Doxorubicin-Cyclophosphamid oder Epirubicin-Cyclophosphamid. Nach der definitiven Operation erhielten die Patientinnen wiederum alle 3 Wochen (bis zu 9 Zyklen) Pembrolizumab oder Placebo.

Ergebnisse

  • Primärer Endpunkt komplettes pathologisches Ansprechen zum Zeitpunkt der Operation: Mit Pembrolizumab 64,8 % (95%-Konfidenzintervall 59,9 – 69,5); mit Placebo 51,2 % (95%-KI 44,1 – 58,3). Die geschätzte Differenz von 13,6 Prozentpunkten hatte ein 95%-KI von 5,4 – 21,8 und war statistisch signifikant (P = 0,001).
  • Primärer Endpunkt ereignisfreies Überleben nach einer medianen Nachverfolgung von 15,5 Monaten: 7,4 % der Patientinnen unter Pembrolizumab und 11,8 % unter Placebo erlitten eine Krankheitsprogression, die eine definitive Operation unmöglich machte, oder sie hatten lokale oder Fern-Rezidive, einen zweiten primären Tumor, oder sie waren gestorben. Das Chancenverhältnis hierfür wurde mit 0,63 (95%-KI 0,43 – 0,93) zugunsten Pembrolizumab errechnet.
  • Nebenwirkungen der Schweregrade 3 oder schlimmer wurden über die gesamte Behandlungszeit bei 78 % unter Pembrolizumab plus Chemotherapie und bei 73 % unter Placebo plus Chemotherapie registriert.

Klinische Bedeutung

Eine neoadjuvante Behandlung mit Pembrolizumab bei Frauen mit frühem 3-fach-negativem Brustkrebs verbessert offenbar die Ansprechraten und das ereignisfreie Überleben, auch im Vergleich zu dem bislang erfolgreichsten Chemotherapie-Regime auf Platin-Basis. Die Nachverfolgungszeit ist bislang aber noch kurz; zum Gesamtüberleben müssen weitere Analysen abgewartet werden.

Finanzierung: Merck Sharp & Dohme.