Zweiter Konnektor bringt Preiswettbewerb


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Berlin (pag) – Nimmt die Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) jetzt endlich Fahrt auf? Nun hat ein zweiter Konnektor-Anbieter von der Gematik die Zulassung erhalten. Ob sich damit der Zeitplan halten lässt, bis Ende 2018 alle Vertragsärzte an die TI anzuschließen, ist aber weiterhin fraglich. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die FDP fordern vorsichtshalber eine Verlängerung der gesetzlichen Frist. 

Der Konnektor von T-Systems hat das Zulassungsverfahren „erfolgreich durchlaufen“, wie die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematik) mitteilt. Nach über einem halben Jahr stehen den Vertragsärzten damit nun immerhin zwei Router zur Verfügung. Bisher konnten die Praxen nur auf das Gerät der CompuGroup zurückgreifen. Noch im Sommer wird aller Voraussicht nach ein dritter Konnektor die Zulassung erhalten. Er stammt von dem österreichischen Unternehmen Rise. 

Nach den Vorstellungen von offizieller Seite wird damit der Wettbewerb zwischen den Konnektor-Anbietern losgetreten mit der Folge, dass die Angebotspreise für die Geräte sinken werden. Weil diese Rechnung mangels Masse an Konnektoren bislang aber nicht aufging, sahen sich die Kassen gezwungen, auf die Forderung der KBV einzugehen und die Erstattungspauschalen für die TI-Anbindung und insbesondere für den Konnektor von Quartal zu Quartal nicht so stark abzusenken, wie dies ursprünglich vorgesehen war. Die Pauschalen betragen nun für das dritte Quartal 2.154 Euro und für das vierte Quartal 1.982 Euro – nach 2.344 Euro für das abgelaufene zweite Quartal. Bei diesen Beträgen wird es vorerst auch bleiben, trotz der Zulassung des T-System-Geräts, sagt die KBV.

Die Verzögerungen bei den Konnektor-Anbietern hat jetzt die FDP-Bundesfraktion veranlasst, eine Verlängerung der Frist für die TI-Anbindung um ein halbes Jahr zu fordern. In einem Antrag an den Bundestag argumentiert die FDP, dass nicht damit zu rechnen sei, dass die noch fehlenden 85.000 Praxen rechtzeitig bis zum Jahresende mit der notwendigen Hard- und Software versorgt werden könnten. Die vom Gesetzgeber vorgesehene Frist müsse deshalb bis zum 1. Juli 2019 ausgedehnt werden. Das fordert seit längerem auch die KBV. 

Nach der Sommerpause will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bekanntlich kundtun, wie er sich die Zukunft der Telematik in Deutschland vorstellt und welche Rolle er dabei der elektronischen Gesundheitskarte, dem Berliner Flughafen des Gesundheitswesens, noch einräumen will. Ein Vorschlag kommt schon von der Deutschen Stiftung Patientenschutz: Die Regierung solle ein Bundesamt für Digitalisierung im Gesundheitswesen schaffen, so Vorsitzender Eugen Brysch zur Nachrichtenagentur dpa.