Zwei gepoolte Studien deuten auf Nutzen von Pembrolizumab plus Strahlentherapie beim NSCLC

  • Lancet Respiratory Medicine

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Eine retrospektive gepoolte Analyse zweier getrennter Studien mit unterschiedlichem Design kommt zu dem Schluss, dass Patienten mit metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs bezüglich der Ansprechraten und des Überlebens profitieren, wenn sie zusätzlich zu Pembrolizumab eine Strahlentherapie erhalten.

Hintergrund

Zwei verschiedene Studien, PEMBRO-RT und MDACC der Phasen 2 bzw. 1/2 haben Hinweise auf einen möglichen Nutzen für Patienten mit metastasierten nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) ergeben, wenn zusätzlich zum Immuncheckpoint-Inhibitor Pembrolizumab eine Strahlentherapie verabreicht wurde. Die Zahl der Teilnehmer war jedoch zu klein gewesen, sodass man nun eine gepoolte Analyse beider Studien vorgenommen hat, um den Beweis der Wirksamkeit zu erbringen.

Design

An beiden Studien hatten zusammen 148 Patienten ab 18 Jahren teilgenommen, deren Daten in die gepoolte Analyse einflossen. Die Dosierung von Pembrolizumab war zwar in beiden Studien gleich (200 mg alle 3 Wochen). Allerdings wurde das Medikament in PEMBRO-RT nach der Strahlentherapie gegeben, die 24 Gy in3 Fraktionen umfasste; während es bei der MDACC-Studie zeitgleich mit der ersten Bestrahlung begonnen wurde, und die Strahlentherapie hier mit 50 Gy in 4 Sitzungen oder 45 Gy in 15 Sitzungen fraktioniert wurde.

Ergebnisse

  • Nach einer medianen Nachverfolgungszeit von 33 Monaten war die beste Ansprechrate mit Pembrolizumab alleine 19,7 % gegenüber 41,7 % für Pembrolizumab plus Strahlentherapie. Das Chancenverhältnis OR betrug 2,96, hatte ein 95%-Konfidenzintervall von 1,42 – 6,20 und war statistisch signifikant (p = 0,0039).
  • Die beste Krankheitskontrollrate betrug 43,4 % versus 65,3 %; auch das war signifikant (p = 0,0071).
  • Medianes progressionsfreies Überleben: 4,4 versus 9,0 Monate (p = 0,045),
  • Medianes Gesamtüberleben: 8,7 versus 19,2 Monate (p = 0,0004).

Klinische Bedeutung

Das nachträgliche Zusammenführen von heterogenen Studien, die wegen zu geringer Teilnehmerzahl keine eindeutigen Ergebnisse erbrachten, führt im Vergleich zu einer größer angelegten Folgestudie womöglich schneller und kostensparender zum Ziel. Fraglich ist aber, ob dieses Vorgehen ähnlich große Beweiskraft hat wie eine hinreichend groß angelegte Folgestudie. Dies scheinen die Autoren ebenso zu sehen, denn sie weisen darauf hin, dass die signifikant verbesserten Ansprechraten und Ergebnisse eine randomisierte Studie der Phase 3 „rechtfertigen“ könnten.

Finanzierung:  Merck Sharp & Dohme.