Zunehmende Hypertonie-Prävalenz bei Kindern

  • JAMA Pediatrics

  • von Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Die Prävalenz der Hypertonie hat bei Kindern und Jugendlichen in den vergangenen Jahren zugenommen. Es wird geschätzt, dass vier Prozent der Kinder und Jugendlichen Bluthochdruck haben. Eine enge Verbindung besteht zu Übergewicht und Adipositas.

Hintergrund

In den vergangenen Jahren ist von Kinderärzten, Epidemiologen und Hypertonie-Spezialisten mehrfach auf eine Zunahme der Hypertonie-Häufigkeit bei Kindern und Jugendlichen hingewiesen worden. Laut der Deutschen Hochdruckliga etwa hat jedes vierte Kind mit Fettleibigkeit zu hohe Blut­druckwerte. Eine systematische globale Datenerhebung zur Hypertonie-Prävalenz bei Kindern und Jugendlichen fehle allerdings, so die Autoren der aktuellen Publikation.

Design

Metaanalyse von 47 Studien. Untersucht wurde die Prävalenz der Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen insgesamt sowie in unterschiedlichen Subgruppen (Zeitraum bis 2015).

Hauptergebnisse

1. Prävalenz bei maximal 19-Jährigen

  • Bluthochdruck: 4,00% (95% CI, 3,29%-4,78%),
  • Prä-Hypertonie 9,67% (95% CI, 7,26%-12,38%)
  • Hypertonie-Stadium 1: 4,00% (95% CI, 2,10%-6,48%)
  • Hypertonie-Stadium 2: 0,95% (95% CI, 0,48%-1,57%)

2. Hypertonie-Prävalenz in Subgruppen

  • Übergewichtige und adipöse Kinder und Jugendliche: 15,27% und 4,99%
  • Normalgewichtige Kinder und Jugendliche: 1,90%
  • 6-Jährige: 4,32% (95% CI, 2,79%-6,63%)
  • 14-Jährige: 7,89% (95% CI, 5,75%-10,75%)
  • 19-Jährige: 3,28% (95% CI, 2,25%-4,77%)

Die Auswertung der Studien ergab außerdem eine Zunahme der Hypertonie-Prävalenz von 2000 bis 2105 um 75 bis 79 Prozent.

Klinische Bedeutung

Die Ergebnisse unterstreichen die Warnungen der vergangenen Jahre, dass infolge von Bewegungsmangel und Übergewicht zunehmend auch schon Kinder kardiovaskuläre Risikofaktoren haben, die dann in relativ jungen Jahren zu Organschäden führen können. Für den Praxisalltag bedeutet dies vor allem, daran zu denken, auch bei Kindern und Jugendlichen den Blutdruck zu messen, insbesondere wenn sie übergewichtig sind. 

Finanzierung: unter anderen British Heart Foundation und Universität von Oxford