Zunahme von Masern-Infektionen: Jetzt den aktuellen Impfstatus überprüfen


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaften

Das Gesundheitsamt der Stadt Köln erhält weiterhin vermehrt Meldungen zu Masern-Infektionen. Neben Kindern sind vor allem auch Erwachsene von der Viruserkrankung betroffen. Gesundheitsdezernent Dr. Harald Rau ruft daher auf, den Impfstatus bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu überprüfen und bei Bedarf zu ergänzen. 

Hintergrund

Fehlt der vollständige Impfschutz, können sich Masern zu einer schweren Systemerkrankung entwickeln. Dadurch steigt die Anfälligkeit für weitere Krankheiten und Komplikationen, wie etwa Mittelohr-, Lungen- und Gehirnhautentzündungen. Vor allem Kinder unter fünf und Erwachsene über 20 Jahren haben dabei das größte Risiko für schwerwiegende Folgen.

Ergebnisse

Seit Anfang des Jahres bis zum heutigen Dienstag liegen dem Kölner Gesundheitsamt 90 bestätigte Meldungen zu Maserninfektionen vor. Das sind deutlich mehr Masern-Meldungen als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Mehrere Infizierte werden derzeit stationär in Krankenhäusern behandelt. Die Altersspanne der Betroffenen reiche dabei vom Säuglingsalter (sechs Monate) bis zum Seniorenalter (62 Jahre). Aber auch bundesweit steigt die Zahl der Infektionen mit dem Masern-Virus. So wurden bis zur 18. KW bereits 219 Infektionen registriert, wie das CMR in einer aktuellen Meldung mitteilt. Die meisten Infektionen wurden in NRW gemeldet, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg. 

Klinische Bedeutung

Aufgrund der ungewöhnlichen Häufigkeit von Masernfällen und der Tatsache, dass vor allem Erwachsene erkranken, rät das Gesundheitsamt Köln Männern und Frauen, die nur einmal gegen Masern geimpft wurden, eine zweite Immunisierung, vorzugsweise mit MMR-Impfstoff, durchführen zu lassen. Erwachsene ohne Impfschutz, die bislang keine Masernerkrankung durchgemacht haben oder deren Impfstatus unklar ist, sollten jetzt zwei Immunisierungen im Abstand von vier Wochen erhalten. Außerdem seien Ärzte und Bevölkerung dazu aufgerufen bei entsprechender Symptomatik immer auch an eine Masern-Infektion zu denken. 

Gerade im Fall eines Masernausbruchs müsse jede Gelegenheit genutzt werden, um den Impfstatus zu überprüfen, rät auch die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut. Empfohlene, bisher noch nicht durchgeführte Masern-Mumps-Röteln-Impfungen sollten gegebenenfalls so schnell wie möglich nachgeholt werden.