Zum Management einer akuten unkomplizierten Divertikulitis ist ein beobachtender Ansatz ausreichend: IPD-Metaanalyse

  • van Dijk ST & al.
  • Br J Surg
  • 19.02.2020

  • von Jenny Blair, MD
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Für Patienten mit akuter unkomplizierter Divertikulitis (AUD) scheint ein Management durch Beobachtung sicher zu sein.

Warum das wichtig ist

  • Trotz Jahrzehnten klinischer Erfahrung in der Antibiotikabehandlung von AUD gibt es keine ausreichende Evidenz zur Bestätigung dieser Praxis.
  • In den offenen, multizentrischen, randomisierten, klinischen Studien AVOD 1 und DIABOLO 2 wurde festgestellt, dass eine beobachtende Strategie ebenso sicher war wie eine Antibiotikabehandlung.
  • Sekundäre Ergebnisse mit unzureichender Aussagekraft deuteten jedoch auf mögliche höhere Raten einer komplizierten Divertikulitis und Sigmaresektion in den Beobachtungsgruppen hin.
  • Die Studien wiesen unterschiedliche Ergebnisdefinitionen und Nachbeobachtungszeiten auf, was eine gewöhnliche Metaanalyse erschwert.

Wesentliche Ergebnisse

  • Beobachtungsgruppe vs. Antibiotikagruppen:
    • Aufenthaltsdauer: 2 vs. 3 Tage (p = 0,037; nicht signifikant in dieser Studie, was die Signifikanz auf
    • Anhaltende Divertikulitis: 7,2 % vs. 5,0 % (p = 0,062).
    • Rezidivierende Divertikulitis: 8,6 % vs. 9,6 % (p = 0,610).
    • Die Raten einer komplizierten Divertikulitis nach 1 Monat und 1 Jahr waren ähnlich.
    • Ebenso die Sigmaresektionsraten.
  • Keine Untergruppe erzielte mit Antibiotika bessere Ergebnisse.

Studiendesign

  • Metaanalyse individueller Patientendaten (IPD) der Studien AVOD und DIABOLO(n = 1.109).
  • Die Teilnehmer litten an linksseitiger, durch CT bestätigter AUD.
  • Endpunkte: Dauer des Krankenhausaufenthalts; Raten einer anhaltenden Divertikulitis, rezidivierenden Divertikulitis, komplizierten Divertikulitis und Sigmoidresektion nach 12-monatiger Nachbeobachtung.
  • Finanzierung von AVOD und DIABOLO: Finnische und niederländische Non-Profit-Organisationen.

Einschränkungen

  • Die Autoren mussten einige Ergebnisse neu definieren, um den Vergleich zwischen den Studien zu ermöglichen.