Zufällige MRT-Befunde wie zerebrale Mikroblutungen prognostisch ungünstig


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Bei alten Menschen sind MRT-Befunde, die auf vaskuläre Schäden hinweisen, etwa Läsionen der weißen Substanz („white matter hyperintensities“) und zerebrale Mikroblutungen, mit einem erhöhten Risiko für ischämische und hämorrhagische Schlaganfälle, für Demenz und für Tod assoziiert.

Hintergrund 

Bei alten Menschen sind MRT-Befunde, die auf vaskuläre Schäden hinweisen, nicht selten und werden oft zufällig erkannt, da sie häufig klinisch nicht offenkundig sind. Welche klinische und therapeutische Relevanz solche Befunde haben, wird noch diskutiert.

Design

Metaanalyse von 94 prospektiven longitudinalen Kohorten-Studien mit rund 50.000 Patienten. Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen vier nicht offenkundigen MRT-Markern zerebraler Gefäßschäden ( Hyperintensitäten der weißen Substanz, die vermutlich vaskulär bedingt sind, nicht offenkundige zerebrale Infarkte, zerebrale Mikroblutungen und perivaskuläre Räume bzw. Virchow-Robin-Räume) und Schlaganfall, Demenz-Erkrankungen und Tod.

Hauptergebnisse

Bei Läsionen der weißen Substanz zum Beispiel ergaben die Berechnungen der Autoren folgende Risiken:

  • für einen Schlaganfall insgesamt eine HR (hazard ratio) von 2, 45 (95% CI, 1,93 - 3,12; P
  • für einen ischamischen Schlaganfall eine HR von 2,39; (95% CI, 1,65 - 3,47; P
  • für eine intrazerebrale Blutung eine HR von 3,17 (95% CI, 1,54 - 6,52; P = .002)
  • für eine Demenz eine HHR von 1,84 (95% CI, 1,40 - 2, 43; P
  • für eine Alzheimer-Erkrankung eine HR von 1,50 (95% CI, 1,22 - 1,84; P
  • für Tod eine HR von 2,00 (95% CI, 1,69 - 2,36; P

Zu ähnlichen Resultaten führten die Berechnungen bei den MRT-Befunden zu den anderen Markern mit Ausnahme des Markers perivaskuläre Räume, da die Daten hierzu in den Studien nicht ausreichten. 

Klinische Bedeutung

Die Ergebnisse sprechen laut den Autoren dafür, bei alten Patienten mit solchen MRT-Befunden das Nutzen-Risiko-Verhältnis präventiver Maßnahmen wie einer ASS-Therapie oder einer intensiven antihypertensiven Behandlung in kontrollierten Studien zu prüfen.

Finanzierung: öffentliche Mittel, EU, Programme zur Forschungsförderung