Zuckerkonsum verursacht Zahnbehandlungskosten in Milliardenhöhe


  • Susanne Kressenstein
  • Medizinische Nachrichten
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Rund 100 Gramm Zucker verspeisen oder trinken die Deutschen pro Tag. Damit ist der Pro-Kopf-Verbrauch etwa vierfach so hoch wie die WHO empfiehlt. Darunter leiden die Zähne und infolgedessen auch der Geldbeutel.

Die Kosten für Zahnbehandlungskosten belaufen sich weltweit gesehen auf jährlich rund 128 Milliarden Euro, allein auf Deutschland entfallen 17,2 Milliarden, so das Ergebnis einer Studie die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung kofinanziert wurde. Ausgewertet wurde das Auftreten von Karies, Parodontitis und Zahnverlust und in Bezug zum Zuckerkonsum gesetzt. Untersuchungszeitraum war 2010. Der Zuckerverbrauch wurde in insgesamt 168 Ländern evaluiert. Dabei ging es nicht nur um den weißen Zucker, sondern auch um versteckten Zucker in Getränken, Tiefkühlkost, Backwaren, Soßen und Eis.

„Es ergab sich ein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem Konsum von Zucker und dem Vorkommen von Karies, Parodontitis und als Folge Zahnverlust", so der Studienautor Dr. Toni Meier vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. „Pro Mehrverzehr von 25 Gramm Zucker pro Person und Tag - was ungefähr acht Zuckerwürfeln oder einem Glas gesüßter Limonade entspricht - steigen die Zahnbehandlungskosten in Ländern mit hohen Einkommen im Durchschnitt um 75 Euro pro Person und Jahr an."

Würden die Zucker-Empfehlungen der WHO beherzigt, ließen sich in Deutschland rund 150 Euro Kosten für den Zahnarzt pro Jahr einsparen, rechnen die Autoren vor. Da in sehr vielen verarbeiteten Produkten große Mengen an Zucker enthalten sind, wird es jedoch immer schwieriger sich zuckerarm zu ernähren. Das Land Mexiko geht hier einen eigenen Weg und führte 2014 eine Zuckersteuer ein. Bereits im Jahr darauf reduzierte sich der Konsum an Zucker um fünf Prozent, im Jahr darauf nochmals sogar um zehn Prozent.