ZIKV: Rate der vertikalen Übertragung im ersten Trimenon nahezu 50 %

  • Ades AE & al.
  • Lancet Infect Dis
  • 14.10.2020

  • von Liz Scherer
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Die durchschnittlichen vertikalen Übertragungsraten des Zika-Virus (ZIKV) sind im ersten Schwangerschaftsdrittel am höchsten, wenn die Sensitivität der diagnostischen Labormarker am niedrigsten ist.
  • Die Sensitivität steigt im Verlauf der Schwangerschaft an.

Warum das wichtig ist

  • Leitartikel merkt an, dass nicht nur die fötalen und neonatalen Folgen einer Zika-Infektion während der Schwangerschaft berücksichtigt werden müssen.
  • Die Übertragung im ersten Schwangerschaftsdrittel wird mit Fehlgeburt, Totgeburt, kongenitalem ZIKV-Syndrom (CZVS) und anderen neonatalen neurologischen, auditiven und ophthalmologischen Auffälligkeiten assoziiert.
  • Es wird empfohlen, sich mit den WHO-Richtlinien zur intrauterinen Übertragung vertraut zu machen. 

Wesentliche Ergebnisse

  • 1.602 Mutter-Kind-Paare (40 CZVS, 181 andere potenzielle ZIKV-bedingte Folgen, 1.094 asymptomatisch, 287 nicht klassifiziert).
  • Geschätzte mittlere vertikale Übertragung, Trimenon 1–3 (alle 95 % Glaubwürdigkeitsintervalle):
    • 47 % (26 %–76 %),
    • 28 % (15 %–46 %),
    • 25 % (13 %–47 %).
  • CZVS-Risiko, Trimenon 1–3:
    • 19 % (8 %–37 %),
    • 11 % (5 %–25 %),
    • 3 % (0 %–12 %).
  • Wahrscheinlichkeit einer CZVS bei Vorliegen einer Infektion der Mutter, Trimenon 1–3:
    • 9 % (4 %–17 %),
    • 3 % (1 %–7 %),
    • 1 % (0 %–3 %). 
  • Diagnostische Sensitivität für kongenitale Infektionen, Trimenon 1–3:
    • 42 % (18 %–72 %), 
    • 85 % (51 %–99 %), 
    • 80 % (42 %–99 %).
  • ZIKV-zurechenbare unerwünschte Ereignisse (UEs), Trimenon 1–3: 
    • 13 % (2 %–27 %),
    • 3 % (-5 % bis 14 %),
    • 0 % (-7 % bis 11 %). 

Studiendesign

  • Bayessche latente Klassenanalyse von 7 prospektiven Studien zu ZIKV in der Schwangerschaft zur Abschätzung der vertikalen Übertragung und ZIKV-bedingter/nicht-ZIKV-bedingter UEs.
  • Finanzierung: Förderprogramm Horizont 2020 der Europäischen Union.

Einschränkungen

  • Geschätzte Mittelwerte wurden über Studien hinweg gemittelt;
  • Integrität der Datenerfassung und Rekrutierung;
  • Auswahlverzerrung;
  • fehlende Ergebnisdaten.