Zervixkarzinomraten verfehlen das Eliminierungsziel der WHO

  • Helga Gutz
  • Clinical Summary
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Im Jahr 2020 wurde bei mehr als 600.000 Frauen Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert, und mehr als 340.000 starben daran. Neue Schätzungen deuten darauf hin, dass weitere Anstrengungen erforderlich sind, um das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 2020 festgelegte Eliminierungsziel zu erreichen, das darauf abzielt, die Inzidenz bis 2030 in jedem Land unter einen Schwellenwert von 4 Fällen je 100.000 Frauen pro Jahr zu senken.

Eine in der Fachzeitschrift Lancet Global Health veröffentlichte Studie zeigt die Fortschritte bei den Zervixkarzinomraten auf und nennt die Länder und Regionen, in denen die Anstrengungen verstärkt werden müssen.

Die Daten zu Inzidenz- und Mortalitätsraten in 185 Ländern wurden der GLOBOCAN-Datenbank der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC)/WHO entnommen. Die durchschnittliche Rate der Zervixkarzinomfälle lag bei etwa 13 je 100.000 Frauen pro Jahr und die der Todesfälle bei etwa 7 je 100.000 Frauen pro Jahr. Die Inzidenzraten in 172 von 185 Ländern lagen über dem WHO-Zielwert.

Die Raten variierten erheblich zwischen den einzelnen Ländern, wobei die Fallzahlen zwischen den Ländern mit den niedrigsten und den höchsten Raten um das 40-fache und die Zahl der Todesfälle um das 50-fache differierten.

Die Inzidenzen reichten von 2,2 im Irak bis 84,6 in Eswatini. Die Sterblichkeitsraten reichten von 1,0 in der Schweiz bis 55,7 in Eswatini. Die altersstandardisierte Inzidenz war am höchsten in Malawi (67,9) und Sambia (65,5).

Die Inzidenz war in Ländern mit niedrigem Human Development Index (HDI) dreimal höher als in Ländern mit sehr hohem HDI, und die Sterblichkeitsrate der Länder mit niedrigem HDI war sechsmal höher als in Ländern mit sehr hohem HDI.

Die Daten zeigen, dass die Zahl der Fälle in einigen lateinamerikanischen Ländern zwischen 1988 und 2017 stark zurückgegangen ist. Ein ähnliches Muster wurde in Indien, Thailand und Südkorea sowie in Osteuropa beobachtet. Im letzten Jahrzehnt gab es jedoch einen Anstieg in Osteuropa und Ostafrika, wie auch in den Niederlanden und Italien.

Zu den Ländern mit den größten durchschnittlichen Rückgängen der Inzidenzraten pro Jahr gehörten Brasilien, Slowenien, Kuwait und Chile. Die höchsten Anstiege gab es in Lettland, Japan, Irland, Schweden, Norwegen, Nordirland, Estland und China.

In einer Pressemitteilung erklärte die Hauptautorin Dr. Deependra Singh von der IARC und der WHO: "Unsere Studie zeigt einen ermutigenden Rückgang in einigen einkommensstarken Ländern nach erfolgreicher Einführung von HPV-Impfprogrammen und Vorsorgeuntersuchungen - wie etwa in Schweden, Australien und dem Vereinigten Königreich - aber weltweit bleibt die Belastung hoch. Überall auf der Welt sollten Frauen frei von dem Risiko einer vermeidbaren Krebserkrankung sein, und mit der Entwicklung wirksamer Impfstoffe und Vorsorgeuntersuchungen in den letzten 20 Jahren haben wir die Mittel, um dies Wirklichkeit werden zu lassen."