Zervixkarzinom: Sterberisiko mit minimalinvasivem Eingriff doppelt so hoch

  • Cusimano MC & al.
  • Am J Obstet Gynecol
  • 06.07.2019

  • von Deepa Koli
  • Studien – kurz & knapp
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Erkenntnis

  • Bei Patientinnen mit einem Zervixkarzinom im Stadium IB, die sich einer radikalen Hysterektomie unterzogen, war eine minimalinvasive Operation (MIS) mit einem 2-fach höheren Risiko für Tod und Rezidiv als eine offene radikale Hysterektomie assoziiert.
  • In Bezug auf das Überleben von Patientinnen im Stadium IA und II+ wurde kein Unterschied beobachtet.

Warum das wichtig ist

  • Bei diesen Patientinnen sollte keine MI durchgeführt werden; eine weitere Untersuchung der Subgruppen ist gerechtfertigt.

Studiendesign

  • 958 Patientinnen (mittleres Alter: 45,9 Jahre) vorwiegend mit Zervixkarzinom im Stadium IB (n = 543; IA:  n = 244; II+: n = 124; nicht bekannt: n = 56), die sich in den Jahren 2006–2017 einer radikalen Hysterektomie unterzogen hatten.
  • Finanzierung: Mount Sinai Hospital/University Health Network; andere Sponsoren.

Wesentliche Ergebnisse

  • 49,3 % der Patientinnen unterzogen sich einer MIS (roboterassistiert: 10,4 %; laparoskopisch: 89,6 %).
  • Mediane Dauer der Verlaufskontrolle: 6 Jahre.
  • Bei einer Erkrankung im Stadium IB wies eine MIS im Vergleich zum offenen Eingriff eine höhere kumulative Inzidenz von 5 Jahren auf bei:
    • Tod (12,5 % vs. 5,4 %; p = 0,019).
    • Krebsspezifischem Tod (9,3 % vs. 3,3 %; p = 0,003).
    • Rezidiv (16,2 % vs. 8,4 %; p = 0,008).
  • Nach Bereinigung um Patientinnen- und Chirurgenfaktoren war eine MIS bei Patientinnen mit einer Erkrankung im Stadium IB mit einem höheren Risiko für Tod aus jedem Anlass (HR: 2,20; 95 %-KI: 1,15–4,19) und Rezidiv (HR: 1,97; 95 %-KI: 1,10–3,50) als ein offener chirurgischer Eingriff assoziiert.
  • Patientinnen mit einer Erkrankung im Stadium IA und II+ zeigten bei Mortalität aus jedem Anlass und Rezidiven zwischen MIS und offenem Eingriff keinen Unterschied.

Einschränkungen

  • Retrospektives Design.
  • Kleine Anzahl von Patientinnen im Stadium IA und II+.