Zervixkarzinom: minimalinvasiver Eingriff mit schlechterem Überleben assoziiert

  • Melamed A & al.
  • N Engl J Med
  • 31.10.2018

  • von Deepa Koli
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Das Gesamtüberleben (OS) war bei Frauen mit Zervixkarzinom im Stadium IA2/IB1, die sich einer radikalen Hysterektomie unterzogen hatten, mit einer minimalinvasiven Operation (MIS) kürzer als mit einem offenen operativen Eingriff.
  • Die Einführung der MIS in den USA fiel mit dem Abfall der Überlebensraten ab 2006 zusammen.

Warum das wichtig ist

  • Die Ergebnisse weichen vom allgemeinen Konsens der Fachschaft der gynäkologischen Onkologie ab, die eine MIS bei Zervixkarzinom im Frühstadium unterstützt.

Studiendesign

  • Studie von 2.461 Frauen mit Zervixkarzinom im Stadium IA2/IB1 aus der National Cancer Database, die sich in den Jahren 2010–2013 einer radikalen Hysterektomie unterzogen hatten.
  • Finanzierung: National Cancer Institute; National Institute of Child Health and Human Development; andere Sponsoren.

Wesentliche Ergebnisse

  • 49,8 % der Frauen unterzogen sich einer MIS.
  • Mediane Nachbeobachtung: 45 Monate.
  • Frauen, die sich einer MIS unterzogen, wiesen eine signifikant schlechtere Rate des 4-jährigen OS auf, verglichen mit Frauen, die sich einem offenen Eingriff unterzogen hatten (HR: 1,65; p = 0,002).
  • In der Gruppe mit MIS vs. der Gruppe mit offenem Eingriff:
    • betrug die mittlere Anzahl der untersuchten Lymphknoten 20,2 vs. 19,2.
    • lagen die Raten für eine parametriale Invasion bei 11,0 % bzw. 9,5 %.
    • betrugen die Raten für positive Resektionsränder 5,0 % bzw. 4,4 %.
    • betrugen die Raten für Lymphknotenbefall 10,7 % bzw. 8,9 %.
    • betrugen die Raten für eine Invasion der Lymphgefäße 31,9 % bzw. 28,0 %. 
  • Die Einführung der MIS fiel mit dem Beginn des Abfalls im 4-jährigen relativen Überleben von 0,8 % (p-Tendenz = 0,01) pro Jahr zusammen.

Einschränkungen

  • Es lagen keine Informationen zu Rezidiven und Todesursache vor.
  • Beobachtungsstudie.