Zeitpunkt der Pubertät bestimmt möglicherweise die spätere Knochenstärke im Erwachsenenalter

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  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft:

In einer großen und langfristig angelegten prospektiven Kohortenstudie wurde herausgefunden, dass eine spät einsetzende Pubertät mit einer anhaltend geringeren Knochenmineraldichte verbunden ist. Personen mit einem höheren Pubertätsalter sollten dementsprechend darüber informiert werden, wie sie die Abnahme der Knochendichte im späteren Leben minimieren können, um Frakturen und Osteoporose vorzubeugen.

Hintergrund:

Wissenschaftliche Daten zeigen, dass die Knochengesundheit im frühen Leben das Osteoporoserisiko im späteren Leben beeinflussen kann. So geht man heutzutage davon aus, dass ein Anstieg der maximalen Knochendichte (BMD) um 10 % Osteoporose um 13 Jahre verzögern kann.

Hinweise deuten darauf hin, dass eine spätere Pubertät zu einer niedrigeren BMD im Jugend- und Erwachsenenalter führen kann und somit zu einem erhöhten Osteoporoserisiko im späteren Leben.

Der Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt der Pubertät und dem langfristigen Knochenaufbau von jungen Jahren bis zum Erwachsenenalter, einschließlich des Ausmaßes und der Dauer eines etwaigen Knochenaufbaus bei später reifenden Jugendlichen, wurde nun von Wissenschaftlern der Universität Bristol untersucht.

Erhöhtes Frakturrisiko durch späte Pubertät

Aus der prospektiven bevölkerungsbasierten Geburtskohorte ‚Avon Longitudinal Study of Parents and Children‘, wurden 6389 gesunde Briten mittels sechs regelmäßig wiederholter Knochendichte-Scans im Alter von 10 bis 25 Jahren untersucht.

Dabei konnten die Forschenden feststellen, dass ein höheres Eintrittsalter in die Pubertät mit einer anhaltend niedrigeren Knochenmineraldichte verbunden war, obwohl die Knochenmineraldichte in der Pubertät bei älteren Jugendlichen schneller zunahm.

Ob eine späte Pubertät auch in Verbindung mit einem höheren Frakturrisiko und einem erhöhtem Osteoporose-Risiko einhergeht, muss nun in weiterführenden Studien untersucht werden.

Finanzierung: European Union’s Horizon 2020 research and innovation program, University of Bristol, UK MRC, National Institute of Health, Wellcome