Zehn Wochen Wartezeit auf Psychotherapie

  • Presseagentur Gesundheit (pag)
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Leipzig/Berlin (pag) – Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention (DDH) veröffentlicht die Ergebnisse ihres diesjährigen Deutschland-Barometer Depression. Demnach leiden 23 Prozent der Befragten aktuell an einer diagnostizierten Depression, acht Prozent erkranken jährlich neu. Prof. Ulrich Hegerl, Vorstand der DDH, zeigt Behandlungsangebote auf und spricht mit Betroffenen. 

„Depression ist die Erkrankung im Gesundheitssystem mit dem größten Verbesserungsspielraum“, so Prof. Hegerl. Zehn Wochen warten Erkrankte im Durchschnitt auf einen Therapietermin, heißt es in der Studie. „Bei einer so leidvollen Erkrankung wie der Depression, die zudem mit hoher Suizidgefährdung einhergeht, sind so lange Wartezeiten nicht akzeptabel“, betont Hegerl. Hinzu komme, dass Betroffene häufig bis zu 30 Monate bräuchten, um sich Hilfe zu suchen. Die typischen Symptome einer Depression – Antriebslosigkeit und der Verlust jeglicher Hoffnung auf Besserung – stehen ihnen hierbei im Weg.

Die Hauptbehandlungssäulen seien Psychotherapie und die Einnahme von Medikamenten, so die DDH. Martha Wienck, die selbst an einer Depression litt, erklärt, ihr habe die medikamentöse Behandlung unter anderem deshalb sehr geholfen, um überhaupt therapeutisch produktiv arbeiten zu können. Damit ist sie als Betroffene nicht allein. 62 Prozent der Befragten, die aktuell erkrankt sind, nehmen Antidepressiva, 48 Prozent haben die Psychotherapie gewählt. 35 Prozent nehmen eine Kombination aus beiden Behandlungen in Anspruch. Laut Umfrage bewerten 80 Prozent beziehungsweise 85 Prozent diese Behandlungsmethoden als positiv.

Erste Anlaufstellen seien überwiegend der Hausarzt (51 Prozent), ein Facharzt (25 Prozent) oder ein psychologischer Psychotherapeut (19 Prozent). Überdies gebe es viele niedrigschwellige Hilfsangebote, etwa das Infotelefon Depression oder das digitale iFightDepression-Tool, das unterstützend von Ärzten und Therapeuten begleitet wird. 

Die Befragung umfasst 5.050 Personen zwischen 18 und 69 Jahren. Gefördert wurde die Studie von der Deutsche Bahn Stiftung.