Zahl der Herzinsuffizienz-Kranken hat zugenommen


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaften

2017 wurden bundesweit etwa 2,5 Millionen gesetzlich krankenversicherte Patienten wegen einer Herzinsuffizienz ambulant medizinisch betreut. Seit 2009 nahm der Anteil der Betroffenen unter allen gesetzlich Versicherten von 2,9 % auf 3,4 % zu. Dies entspricht einem Anstieg von rund 400.000 Fällen. Dieser deutliche Zuwachs kann primär auf die sogenannte demografische Alterung der deutschen Bevölkerung zurückgeführt werden.

Vor allem über 70-jährige Menschen betroffen

Nach Angaben der Wissenschaftler des Versorgungsatlas nahm die Zahl der Menschen im Alter von mindestens 75 Jahren zwischen 2009 und 2017 um 24 Prozent zu, die Zahl der mindestens 90 Jahre alten Menschen stieg sogar um 60 Prozent. Nach Berechnungen des Versorgungsatlas-Teams waren mehr als die Hälfte der hinzugekommenen Herzinsuffizienz-Fälle auf die wachsende Zahl älterer Menschen zurückzuführen. Herzinsuffizienz betrifft vorwiegend ältere Menschen: 2017 waren etwa drei Viertel der Patienten mit Herzinsuffizienz 70 Jahre und älter. 

Außerdem ist die Herzinsuffizienz inzwischen die häufigste kardiovaskuläre Komplikation bei Typ-2-Diabetes-Kranken. Sie haben etwa doppelt so häufig eine Herzinsuffizienz wie Patienten ohne Diabetes.

Erkrankungshäufigkeit regional unterschiedlich

Auffallend ist auch die unterschiedliche regionale Verteilung der Erkrankungshäufigkeit. Im Jahr 2017 wurden besonders viele Fälle in Sachsen-Anhalt und Thüringen gefunden. In den Bundesländern Hamburg, Schleswig-Holstein und Hessen trat die Herzinsuffizienz hingegen mit deutlich geringerer Häufigkeit auf. Insgesamt war der Anteil Erkrankter in den neuen Bundesländern mit durchschnittlich 4,5 % um 40 % höher als in den alten Bundesländern mit 3,2 %. Ein Teil dieses Unterschieds ist auf den höheren Bevölkerungsanteil älterer Menschen in Ostdeutschland zurückzuführen. Werden die Unterschiede in der Altersstruktur der Bundesländer herausgerechnet, liegt die regionale Variation durchschnittlich um etwa 30 % niedriger. 

Ziel: bessere Gesundheitsversorgung

Der Versorgungsatlas ist ein Angebot des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (Zi). Er stellt Informationen aus der medizinischen Versorgungsforschung bereit. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Untersuchung und kartografischen Darstellung regionaler Unterschiede. Durch die Veröffentlichungen sollen Verbesserungen der Gesundheitsversorgung in den Regionen angeregt und gefördert werden.