Zahl der Antibiotika-Verordnungen in Rheinland-Pfalz rückläufig

  • Techniker Krankenkasse

  • von Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaft

Ärzte in Rheinland-Pfalz haben ihren Patienten im Jahr 2018 deutlich weniger Antibiotika verordnet als im Vorjahr. Waren es im Jahr 2017 durchschnittlich Antibiotika für 5,3 Tage, sank die Verordnungshäufigkeit im 2018 auf 4,7 Tagesdosen. Dennoch liegt das Bundesland im Hinblick auf die Verordnungshäufigkeit bundesweit immer noch auf Platz zwei, wie aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) hervorgeht. Für den Report wurden Arzneiverordnungen von 237.000 Erwerbstätigen in Rheinland-Pfalz ausgewertet.

Große regionale Unterschiede

Laut TK-Report sind die die regionalen Unterschiede nach wie vor sehr auffällig. So werden im Saarland durchschnittlich Antibiotika für 5 Tage verordnet, während es in Sachsen gerade mal 3 Tagesdosen sind. Warum es diese regionalen Unterschiede gebe, lasse sich nicht befriedigend beantworten, sagt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz. Allerdings gebe es auch keinen plausiblen Grund, warum die Saarländer häufiger an bakteriellen Infektionen leiden sollten als die Sachsen. Für die Techniker-Krankenkasse hat daher eine umfassende Aufklärung höchste Priorität: Keinesfalls sollten Antibiotika eingenommen werden, solange der Verdacht einer bakteriellen Infektion nicht sicher abgeklärt ist, heißt es im Bericht. Ebenso riskant sei allerdings auch das vorzeitige Absetzen einer Antibiotika-Therapie, da es die Entstehung von Resistenzen fördere.

Richtige Handhygiene unerlässlich

Neben dem überlegten Einsatz von Antibiotika setzt die Techniker-Krankenkasse auch auf die richtige Hygiene in medizinischen Einrichtungen, um die Verbreitung von Keimen und Infektionen zu verhindern. Handhygiene spiele dabei eine entscheidende Rolle, unterstreicht Simon: "Neun von zehn Keimen werden über die Hände übertragen. Daher sollten nicht nur das medizinische Personal, sondern auch Patienten und deren Besucher in Krankenhäusern darauf achten, sich regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen.“ Kliniken können freiwillig an der TK-Aktion "Saubere Hände" teilnehmen.