World Report on Vision: WHO veröffentlicht erstmals einen Bericht zum globalen Stand der Augenpflege

  • Weltgesundheitsorganisation

  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Mit dem World Report on Vision möchte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein größeres Bewusstsein für das globale Thema Augenpflege schaffen, um den politischen Willen und Investitionen in diesem Gesundheitssektor weltweit zu stärken.

Der Bericht enthält konkrete Vorschläge zur Bewältigung wesentlicher Herausforderungen bei der Bereitstellung von Augenpflegeprodukten. Die Integration und Ausweitung der „personenbezogenen Augenpflege“, sollte laut der WHO in die nationalen Gesundheitssysteme eingebettet werden, um die Primärversorgung von Betroffenen zu garantieren.

Ungleiche weltweite Verteilung von Augenleiden

Aus dem World Report on Vision geht hervor, dass weltweit mehr als 1 Milliarde Menschen mit einer Sehbehinderungen leben, weil sie nicht die Versorgung erhalten, die sie für Erkrankungen wie Kurz- und Weitsichtigkeit, Glaukom und Katarakt benötigen.

Der Bericht, der am Welttag des Sehens am 10. Oktober veröffentlicht wird, stellte fest, dass

  • alternde Bevölkerungsgruppen,
  • sich ändernde Lebensstile,
  • eingeschränkter Zugang zur Augenpflege und
  • niedriges und mittleres Einkommen

zu den dominanten Faktoren zählen, die die Anzahl der Menschen mit Sehbehinderung in die Höhe treiben.

"Augenleiden und Sehstörungen sind weltweit verbreitet und werden viel zu oft immer noch nicht behandelt", sagt Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO.

Allerdings leiden Menschen in ländlichen Gebieten, Frauen, Menschen mit Behinderungen, ethnische Minderheiten und indigene Bevölkerungsgruppen stärker unter der Belastung von Augenleiden und Sehstörungen.

So weisen beispielsweise Regionen südlich der Sahara und in Südasien Blindheitsraten auf, die achtmal höher sind als in Ländern mit hohem Einkommen. Die Rate von Katarakten und trachomatöser Trichiasis ist bei Frauen höher, insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.

Die WHO geht davon aus, dass 14,3 Milliarden US-Dollar benötigt werden, um den Rückstand von 1 Milliarde Menschen mit Sehbehinderung zu beheben.

Hauptursachen und Behandlungsstrategien für Augenleiden

Die Kombination einer wachsenden und alternden Bevölkerung erhöht, laut der WHO, die Gesamtzahl der Menschen mit Augenleiden und Sehstörungen, da die Prävalenz mit dem Alter signifikant zunimmt.

Hinzu kommt, dass die vermehrten Tätigkeiten in geschlossenen Räumen, Einschränkungen der Sehfähigkeit, insbesondere Kurzsichtigkeit, in der Gesamtbevölkerung begünstigt.

Der World Report on Vision macht deutlich, dass insbesondere durch einen Zugang zu Routinekontrollen geeignete Behandlungsmaßnahmen frühzeitig eingeleitet werden können.

So fordert die WHO eine stärkere Integration der Augenpflege in die nationalen Gesundheitsdienste, auch auf der Ebene der primären Gesundheitsversorgung um durch Prävention, Früherkennung, Behandlung und Rehabilitation dem weltweiten Zuwachs von Augenleiden entgegenzutreten.

Dr. Alarcos Cieza, Leiter der Arbeit der WHO zur Bekämpfung von Blindheit und Sehstörungen, erklärt: „Millionen Menschen leiden unter einer schweren Sehstörung und können nicht in vollem Umfang an der Gesellschaft teilnehmen, weil sie keinen Zugang zu Rehabilitationsleistungen haben. In einer Welt, die auf der Fähigkeit zu sehen aufbaut, müssen die Augenpflegedienste den Menschen zugänglich gemacht werden, damit sie an der Gesellschaft teilnehmen können.“

Finanzierung: Weltgesundheitsorganisation