Wieviel Zucker enthält ein Becher Joghurt?


  • Susanne Kressenstein
  • Medizinische Nachrichten
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Eltern schätzen den Zuckergehalt von Lebensmittel, die sie ihren Kindern geben, häufig falsch und meistens viel zu niedrig ein. Das ist das Ergebnis einer Studie, bei der über 300 Erwachsene per Bilder auf dem Rechner den Zuckergehalt von verschiedenen Nahrungsmitteln und Getränken bestimmen sollten. Die Teilnehmer sollten schätzen, wieviel Würfelzucker Pizza, Joghurt, Müsliriegel, Ketchup, Orangensaft und Cola enthalten. Dabei zeigte sich, dass Dreiviertel der Eltern den Zuckergehalt von diesen gängigen Lebensmitteln und Getränken erheblich unterschätzen.

„Eltern vermuten häufig deutlich weniger Zucker in Lebensmitteln als tatsächlich enthalten ist. Dies ist ein potenzieller Risikofaktor für Übergewicht bei Kindern. So hatten die Eltern, die den Zuckergehalt unterschätzten auch häufiger übergewichtige Kinder“, so die Erstautorin der Studie Mattea Dallacker vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Die Kinder waren zum Zeitpunkt der Befragung zwischen sechs und zwölf Jahren alt.

Nahrungsmittel wie Orangensaft und Joghurt werden von den meisten als gesund erachtet, deswegen unterschätzten hier über acht von zehn Personen den Zuckergehalt. Am meisten und häufigsten daneben lagen sie beim Einschätzen von Joghurt. Neun von zehn unterschätzen den Zuckergehalt um rund 60 Prozent der Gesamtzuckermenge. Bei Müsliriegeln und Ketchup wurde der Zuckergehalt eher über- als unterschätzt.

Prof. Dr. Ralph Hertwig vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung hält Kennzeichnungen von Lebensmitteln wie beispielsweise mit dem Ampelsystem für hilfreich: „Es ist wichtig, dass Eltern als Ernährungsentscheider über den Zuckergehalt von Lebensmitteln und Getränken Bescheid wissen. Nur so können sie den kindlichen Zuckerkonsum regulieren und eine gesunde Ernährung bieten.“

Nach Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation sollten sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern weniger als zehn Prozent – idealerweise weniger als fünf Prozent – der täglichen Energiezufuhr aus freien Zuckern stammen. Das entspricht bei Erwachsenen zehn bzw. fünf Teelöffel Zucker am Tag, bei Kindern entsprechend weniger.