Wieler: Auch Behelfsmasken könnten schützen

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Berlin (pag) – Die Zahl der Corona-Todesfälle nimmt deutlich zu. Doch die Maßnahmen der Bundesregierung scheinen Wirkung zu zeigen, berichtet der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Prof. Lothar Wieler. Außerdem bezieht das RKI Stellung zum Thema Behelfsmasken.

 

„Stoff- und Behelfsmasken könnten dabei helfen, Tröpfchen beim Husten und Sprechen zurückzuhalten“ und dadurch andere Menschen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen, sagt RKI-Chef Wieler beim jüngsten Pressebriefing. Aber: „Sie helfen nicht, den Maskenträger selbst zu schützen“, so Wieler, der damit der Darstellung der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) vom Vortag widerspricht. Auch für den Schutz anderer gebe es keine wissenschaftlichen Belege, doch das „erscheint plausibel“, so Wieler. Masken könnten demnach insbesondere dort von Nutzen sein, wo der empfohlene Abstand nicht eingehalten werden könne, etwa in Supermärkten und öffentlichen Verkehrsmitteln. In Bus und Bahn sieht Wieler Handlungsbedarf. Um genügend Abstand zu gewährleisten, „sollte dort, wo es nötig ist, die Taktung der öffentlichen Verkehrsmittel erhöht werden oder sollten in Zügen und S-Bahnen mehr Waggons eingesetzt werden.“

 

Doch der RKI-Präsident weiß auch Positives zu berichten. „Wir sehen, dass es wirkt“, sagt Wieler mit Blick auf die erlassenen Kontaktbeschränkungen, die die Dynamik der Ausbreitung verringert haben. Die Reproduktionszahl, die beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter ansteckt, liege seit einigen Tagen bei eins. Zuvor habe sie in einigen Gebieten bei fünf bis sieben gelegen. „Wenn die Zahl unter eins gedrückt wird, lässt die Epidemie langsam nach. Das ist unser Ziel“, erläutert Wieler.

 

Unterdessen steigt die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus: Allein am 2. April starben laut RKI 145 Menschen. Insgesamt kostete das Virus in Deutschland bereits 1.434 Menschen das Leben (Stand: 6. April), was einer Todesrate von 1,5 Prozent entspricht. Wieler geht davon aus, dass die tatsächliche Rate höher liegt und im Verlauf der Pandemie noch steigen wird.