Wie viel haben Pharmafirmen 2017 an Ärzte und Co. gezahlt?

Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Berlin (pag) – 605 Millionen Euro zahlten Pharma-Unternehmen 2017 für Leistungen von Ärzten, Fachkreisangehörigen (zum Beispiel Hebammen und Apotheker) und medizinischen Institutionen. Das geht aus dem seit 2016 jährlich von der Freiwilligen Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie (FSA) und dem Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa) veröffentlichten Transparenzkodex hervor. 

Beim Transparenzkodex wird nach Forschung, Fortbildung und Veranstaltungsunterstützung unterschieden. Der größte Teil der Summe sei – wie in den Vorjahren auch – mit rund 398 Millionen Euro für die Forschung ausgegeben worden. Rund 105 Millionen Euro sei für Fortbildungen und Vorträge gezahlt worden, 102 Millionen Euro für die Unterstützung von Veranstaltungen und Kongressen sowie für die Arbeit von medizinischen Institutionen.

„Der Transparenzkodex setzt einen Standard im deutschen Gesundheitswesen und hat sich im dritten Veröffentlichungsjahr etabliert“, sagt Birgit Fischer, vfa-Hauptgeschäftsführerin. Dabei sei Transparenz kein Selbstzweck. Sie mache vielmehr Zusammenhänge deutlich und lasse besser nachvollziehen, wie medizinischer Fortschritt durch den Wissenstransfer zwischen Ärzten und Industrie entsteht. Mediziner wüssten, was ihre Patienten brauchen, Arzneimittelhersteller, was ihre Medikamente können. Wenn das Wissen beider zusammenkomme, könne Patienten besser geholfen werden. Forschung könne nur helfen, wenn ihre Ergebnisse geteilt und weiterentwickelt werden, so Fischer weiter. 

Dr. Holger Diener, FSA-Geschäftsführer, hebt hervor, dass bei künftigen Veröffentlichungen eine höhere Zustimmungsquote von Ärzten zur namentlichen Nennung wünschenswert sei: „Transparenz ist kein Wert an sich.

Transparenz muss eine Wirkung entfalten. Um das Vertrauen in die Unabhängigkeit von Diagnose und Therapie zu stärken, sollte sich die Bereitschaft der Ärzte erhöhen, einer individuellen Nennung zuzustimmen.“ 

Wie in den Vorjahren weisen die Unternehmen auf ihren Websites Leistungen an Ärzte in voller Höhe aus: Soweit möglich, werden Leistungen an Mediziner namentlich zugeordnet. Nach Schätzungen von FSA und vfa für das Jahr 2017 haben sich 20 Prozent der Mediziner dazu entschlossen, ihren Namen zu nennen. Wo das rechtlich nicht möglich ist, werden Einzelsummen addiert und als Gesamtbetrag ausgewiesen. Beide Teile zusammen ergeben die Gesamthöhe der Leistungen eines Unternehmens.