Wie Pädiater Kinder erkennen können, die von Menschenhandel bedroht sind

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Opfer und Personen, die von Viktimisierung bedroht sind, können von sensiblen Interventionen profitieren.

Erkenntnis

  • Kinderärzte müssen in der Lage sein, Kinder und Jugendliche zu erkennen, die von Menschenhandel und Ausbeutung (MHA) bedroht sind, und einen traumainformierten Versorgungsansatz anzuwenden.
  • Protokolle, in denen die Aufgaben der Ärzte genau festgelegt sind, können Zeit einsparen und die Ergebnisse verbessern.

Warum das wichtig ist

  • MHA hat negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Kindern auf der ganzen Welt.
  • Für Ärzte stehen nur wenige Informationen zur Erkennung von und zur Reaktion auf MHA zur Verfügung.

Studiendesign

  • Literaturrecherche und klinischer Bericht der American Academy of Pediatrics.
  • Ergebnis: Anleitung für Kinderärzte
  • Finanzierung: Keine

Wesentliche Ergebnisse

  • Menschenhandel geht mit Gewalt, Täuschung oder Nötigung einher.
  • Der Begriff „Prostitution“ ist in Bezug auf Kinder und Jugendliche überholt.
  • MHA-Opfer sind z. B. folgenden Risiken ausgesetzt:
    • Verletzungen
    • sexuellen Übergriffen
    • Infektionskrankheiten
    • Suchtmittelmissbrauchsstörungen
    • medizinischer Vernachlässigung
    • Mangelernährung
    • psychischen Erkrankungen
  • Andere Risikofaktoren umfassen:
    • junges Alter
    • Armut
    • Obdachlosigkeit
    • widrige Umstände in der Kindheit oder sexueller Missbrauch in der Vorgeschichte
    • Marginalisierung, z. B. durch die Zugehörigkeit zu einer indigenen Bevölkerungsgruppe oder zur LGBTQ+ Community.
    • Substanzmissbrauch
  • Das Risiko für Jungen wird wahrscheinlich unterschätzt.
  • „Alarmsignale“, auch wenn sie nicht sensitiv oder spezifisch sind, können Folgendes umfassen:
    • verzögertes Aufsuchen medizinischer Versorgung
    • von einer dominanten Person begleitet werden
    • sexuell übertragbare Infektionen (STIs) oder Notfallverhütung in der Vorgeschichte
    • Vorgeschichte kann nur schlecht oder inkonsistent wiedergegeben werden
    • Hauptbeschwerden sind psychische Erkrankungen, arbeitsbedingte Verletzungen, Übergriffe, Urogenitalprobleme oder Substanzkonsum
    • unbehandelte chronische Erkrankungen oder Zahnprobleme oder Anzeichen von Mangelernährung
    • ängstliches, verschlossenes oder misstrauisches Verhalten
  • Screening-Tools können helfen, Kinder mit höherem Risiko zu identifizieren.
  • Offene Fragen zu Risikofaktoren, wie z. B. die Frage, was der Patient arbeitet, können hilfreich sein. 
  • Zu den Interventionen gehören:
    • Beschwerde(n) adressieren.
    • den allgemeinen Gesundheitszustand, den Ernährungszustand, STIs, Verletzungen sowie die Vorgeschichte zu Reisen, Impfungen und die Reproduktion abklären.
    • Aufklärung über z. B. die Rechte von Arbeitnehmern, über Gewalt durch Intimpartner und über STI-Prävention anbieten.
    • eine langfristige reversible Empfängnisverhütung anbieten.
    • Berichterstattung gemäß lokaler Gerichtsbarkeit.
  • Die Praxismitarbeiter sollten hinsichtlich MHA sowie traumainformierter Versorgung, kulturellem Bewusstsein und persönlichen Vorurteilen geschult werden.
  • Gesundheitseinrichtungen müssen über Protokolle verfügen, die den Ärzten helfen, das MHA-Risiko zu erkennen und darauf zu reagieren.

Einschränkungen

  • Bezieht sich auf die USA.