Wie andere Gliflozine wirkt auch Dapagliflozin nephroprotektiv

  • Lancet Diabetes & Endocrinology

  • von Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Der SGLT-2-Hemmer Dapagliflozin schützt die Nieren von Typ-2-Diabetes-Kranken mit und ohne klinisch manifeste Atherosklerose sowie mit erhaltener Nierenfunktion.

Hintergrund

Seit der kardiovaskulären Outcome-Studie EMPA-REG OUTCOME ist klar, dass Gliflozine Herz sowie Gefäße schützen können und zudem die Nieren. Die entsprechende Outcome-Studie zu Dapagliflozin ist die Studie DECLARE–TIMI 58. Beim primären kardiovaskulären Sicherheits-Endpunkt dieser Studie erwies sich das Gliflozin als ebenso sicher wie Placebo. Die Analyse auf Wirksamkeit ergab beim Endpunkt MACE keine signifikante Überlegenheit des Gliflozins. Besser schnitt der SGLT-2-Hemmer beim Wirksamkeits-Endpunkt kardiovaskulärer Tod oder herzinsuffzienz-bedingte Hospitalisierung ab (4,9% versus 5, 8%). Bedingt war dieses positive Resultat durch den statistisch signifikanten Effekt auf die Hospitalisierungsrate (relative Reduktion 27 Prozent). Auch renale Ereignisse im Sinne einer Nephropathie-Progression (sekundärer Endpunkt) traten in der Gliflozin-Gruppe statistisch signifikant seltener auf (kardiorenaler Endpunkt: relative Reduktion um 24 Prozent). Die jetzt veröffentlichte Publikation enthält weitere Daten zur Wirkung des Gliflozins auf die Niere.

Design

In die placebo-kontrollierte Studie wurden 17160 Patienten aufgenommen, darunter 10186 ohne atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankung. Das Durchschnittsalter betrug 64 Jahre, etwas mehr als ein Drittel der Teilnehmer waren Frauen. Die mediane Beobachtungszeit betrug 4,2 Jahre. Rund zehn Prozent der Patienten hatten eine positive Herzinsuffizienz-Anamnese. Primärer Sicherheits-Endpunkt war die Kombination schwerer kardiovaskulärer Ereignisse (kardiovaskulärer Tod, Herzinfarkt oder ischämischer Schlaganfall). Primärer Wirksamkeits-Endpunkt waren schwere kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) und eine Kombination von kardiovaskulärem Tod oder Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz. Rund 80 Prozent der Patienten erhielten ACE-Hemmer oder Sartane.

Hauptergebnisse

  • Wie berichtet, schnitten die Dapagliflozin-Patienten beim kardiorenalen kombinierten Endpunkt mit einer relativen Risikoreduktion von statistisch signifikanten 24 Prozent besser ab als die Patienten mit Placebo (Vierjahres-Ereignisraten 4,2% versus 5,3%; p
  • Wurde der Einzelparameter kardiovaskulärer Tod aus der Berechnung des kombinierten kardiorenalen Endpunktes herausgenommen, ergab sich eine relative Risikoreduktion von 47 Prozent (Vierjahres-Ereignisraten 1,5% versus 2,6%; p
  • Abnahme der eGFR um mindestens 40 Prozent auf Werte unter 60 ml/l: relative Risikoreduktion 46 Prozent (Vierjahres-Ereignisraten 1,4% versus 2,5%; p
  • Terminale Niereninsuffizienz oder renal bedingter Tod:  relative Risikoreduktion 59 Prozent (Vierjahres-Ereignisraten 0,1% versus 0,3%; p=0,012)
  • Positive Ergebnisse zu dem Gliflozin ergaben den Autoren zufolge auch die Analysen bei mehreren zuvor definierten Subgruppen der Teilnehmer.

Klinische Bedeutung

Die Ergebnisse der Studie unterstreichen nach Angaben der Autoren die Bedeutung der SGLT-2-Hemmer als wichtige Komponente der Prävention und Therapie der diabetischen Nephropathie. Welchen konkreten Stellenwert die Gliflozine in der Versorgung von Typ-2-Diabetes-Patienten haben sollten, ist derzeit noch Gegenstand von Diskussionen, bei denen nicht allein der medizinische Nutzen und die Verträglichkeit sowie Sicherheit, sondern auch die Kosten dieser neuen Antidiabetika eine gewichtige Rolle spielen. 

Finanzierung: AstraZeneca