WHO veröffentlicht erste Leitlinie zu Nutzung digitalen Technologien im Gesundheitsbereich


  • Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Nutzung digitaler Technologien im Gesundheitssystem unabdingbar. Sie sind wichtige Instrumente zur Förderung der Gesundheit, zum Schutz der Welt und zum Schutz der Schwachen. Der Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitssystem muss reguliert werden, um vor Unwissenheit und Missbrauch zu schützen. Aus diesem Grund hat die WHO nun eine Empfehlung zur Nutzung digitaler Technologien im Gesundheitssystem herausgegeben. Individuelle nationale Umsetzungen der Leitlinien sollen 2020 auf der Weltgesundheitsversammlung geprüft werden.

Hintergrund

Die WHO hat ihren Fokus, neben der Entwicklung von eHealth-Strategie-Toolkits und dem Digital Health Atlas nun auf die Entwicklung von Leitlinien für das digitale Gesundheitssystem ausgeweitet.

Am 6.März 2019 kündigte die WHO die Einrichtung der Abteilung für digitale Gesundheit an, um die Rolle der WHO bei der Bewertung digitaler Technologien zu stärken und die Mitgliedstaaten bei der Prioritätensetzung, Integration und Regulierung zu unterstützten.

Zusammen mit Experten hat die WHO in den letzten zwei Jahren systematisch überprüft, welche Erkenntnisse zum Einsatz digitalen Technologien im Gesundheitssystem existieren. So konnten nun erste Nutzungsempfehlungen herausgeben werden.

Stand der Dinge

Laut der WHO bietet der Einsatz digitaler Technologien neue Möglichkeiten zur Verbesserung der Gesundheit der Menschen. So werden digitale Technologien bereits in einigen Bereichen positiv eingesetzt:

  • Senden von Arzttermin- und Impferinnerungen,
  • Entscheidungsunterstützung für das Gesundheitspersonal,
  • Globale Kommunikation/Beratung bei Gesundheitsfragen.

Digitale Gesundheitsinterventionen alleine reichen nicht aus

Allerdings zeigt sich auch, dass die Inkorporation digitaler Technologien im Gesundheitssystem große Herausforderungen mit sich bringt.

So müssen digitale Technologien in das bestehende Gesundheitssystem integriert werden und digitale Gesundheitsdienstleistungen nachweislich Verbesserungen mit sich bringen.

Insbesondere die digitale Infrastruktur muss an die Gesundheitsbedürfnisse angepasst werden. So muss die flächendeckende Verfügbarkeit neuer Technologien mit einer Benutzerfreundlichkeit kombiniert werden.

Die WHO-Richtlinie zeigt weiterhin auf, dass Gesundheitssysteme auf die erhöhte Sichtbarkeit und Verfügbarkeit von Informationen reagieren müssen. Hierbei ist die Sicherstellung von sensiblen Persönlichkeitsdaten ein Muss.

So benötigt das Gesundheitspersonal:

  • eine angemessene Ausbildung,
  • Rahmenbedingungen für Schulungen,
  • Schulungen zum Umgang mit instabiler Infrastruktur,
  • Richtlinien zum Schutz der Privatsphäre von Einzelpersonen,
  • eine Einbettung digitaler Gesundheitssysteme in bestehende politische Systeme sowie eine zentrale Koordination der digitalen Infrastruktur.

Die WHO-Richtlinien fordern politische Entscheidungsträger und Umsetzer dazu auf, diese Bedingungen zu überprüfen und sich gegeben Falls an sie anzupassen um spürbare Änderungen vorantreiben zu können, um so einen gesellschaftlichen Mehrwert aus ihnen ziehen zu können.

Empfehlungen zur Telemedizin

Telemedizin soll Menschen an abgelegenen Orten ermöglichen Gesundheitsdienste über Mobiltelefone, Webportale oder andere digitale Infrastrukturen in Anspruch nehmen zu können.  Die WHO weist darauf hin, dass die Telemedizin eine wertvolle Ergänzung der persönlichen Interaktion darstellt, diese jedoch nicht vollständig ersetzen kann. Es ist zudem wichtig, dass die Konsultationen von qualifiziertem Gesundheitspersonal durchgeführt werden und dass der Schutz der Gesundheitsdaten gewährleistet ist.

Die Richtlinie weißt explizit darauf hin, wie wichtig es ist, gefährdete Bevölkerungsgruppen zu erreichen und sicherzustellen, dass die digitale Gesundheit sie in keiner Weise gefährdet.