WHO-Notfallausschuss sieht Ausbreitung von Polio nach wie vor als gesundheitliche Notlage


  • Mary Corcoran
  • Univadis Medical News
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Experten haben ernste Bedenken bezüglich des steigenden Risikos der Ausbreitung des Poliovirus geäußert und einstimmig bekanntgegeben, das Risiko einer internationalen Ausbreitung des Virus bleibe weiter eine gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite (PHEIC).

Der Notfallausschuss der Weltgesundheitsorganisation traf sich letzten Monat (Mai) gemäß den Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) (2005) bezüglich der internationalen Ausbreitung des Poliovirus, um die Daten zum Poliowildvirus (WPV1) und zirkulierenden vakzineabgeleiteten Polioviren (circulating vaccine-derived polioviruses, cVDPV) zu prüfen. 

Es wurden Bedenken geäußert, dass der in den letzten Jahren gemachte Fortschritt bei der Bewältigung des Risikos der Ausbreitung von WPV1 „sich umzukehren scheint“, zumal das vom Ausschuss bewertete Risiko der internationalen Ausbreitung seit 2014, als die PHEIC ausgerufen wurde, einen Höchststand erreicht hat. Diese Entscheidung gründete sich auf eine Reihe von Faktoren, darunter auf die steigende Zahl von WPV1-Fällen in Pakistan, den größer werdenden Anteil von Umweltproben in Afghanistan und Pakistan, die positiv für WPV1 sind, und die wachsende Zahl an Impfgegnern, Gruppen und Einzelpersonen, mit Widerstand gegen das Polioprogramm. 

Es wurden auch Bedenken über das steigende Risiko der cVDPV-Ausbreitung, die sinkende Typ-2-Poliovirus-Immunität, schwache routinemäßige Impfung und Bevölkerungsmobilisierung sowie Überwachungslücken geäußert. 

Der Ausschuss empfahl eine Verlängerung der vorläufigen Empfehlungen für weitere drei Monate, um die Ausbreitung des Poliovirus zu verringern. Diese beinhalten länderspezifische Empfehlungen zur Impfung.