Weniger Exacerbationen bei Patienten mit COPD unter Dreifachtherapie mit Kortikosteroiden


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Patienten mit einer symptomatischen chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), bei denen Exacerbationen trotz Erhaltungstherapie persistieren, profitieren über ein Jahr von einer Dreifach-Inhalationstherapie inklusive Kortikosteroiden stärker als von einer Zweifachtherapie ohne Kortikoide.

Hauptergebnisse

  • Unter einer Dreifachtherapie mit Kortikosteroiden erlitten die Patienten durchschnittlich 0,50 moderate bis schwere Exacerbationen / Jahr. Für die Vergleichsgruppe unter einer Zweifachtherapie lag dieser Wert bei 0,59. Das entspricht einem Unterschied von 15 % (p=0,043)
  • Nebenwirkungen berichteten 64 % der Patienten unter Dreifachtherapie und 67 % unter Zweifachtherapie. Aus jeder Gruppe wurde nur eine einzige schwere Nebenwirkung berichtet.
  • Lungenentzündungen traten in beiden Gruppen mit 4 % gleich häufig auf.

Design

  • Randomisierte Studie mit mehr als 1.532 Patienten aus 17 Ländern. Sie litten an COPD und hatten mindestens eine moderate bis schweren Exacerbation in vorausgegangenen Jahr.
  • Die beiden Studiengruppen erhielten entweder Beclometasone-Dipropionat, Formoterolfumarat und Glycopyrronium (BDP/FF/G) zwei Mal täglich, oder Indacaterol plus Glycopyrronium (IND/GLY), ein Mal täglich mit einem einzigen Inhalator (der aber zwischen den beiden Gruppen nicht baugleich war).
  • Zielkriterium war die Zahl von moderaten bis schweren Exacerbation im Verlauf eines Jahres.
  • Finanzierung: Chiesi Farmaceutici.

Klinische Bedeutung

Mit einer Prävalenz von etwa 10 % unter Erwachsenen und steigender Inzidenz wird die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung Vorhersagen zufolge im Jahr 2020 die dritthäufigste Todesursache weltweit sein. Maßgeblich für die pharmakologische Behandlung sind die Empfehlungen der Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD). Die GOLD-Initiative rät - abhängig von der Schwere der Symptome und Exacerbartionen - zu lang wirksamen Bronchodilatoren mit oder ohne zusätzlichen inhalierten Kortikosteroiden. Die TRIBUTE- Studie zeigt, dass sich bei Patienten am unteren Ende des COPD-Spektrums Exazerbationen über ein Jahr offenbar wirksamer verhindern lassen, wenn zwei Mal täglich eine Dreifachkombination aus inhaliertem Kortikosteroid, lang wirkenden ß2-Agonisten und lang wirkendem anti-muskarinischem Wirkstoff inhaliert wird, statt lediglich einer Zweifachkombination ohne Kortikosterid. Der Unterschied ist mit 15 % allerdings nicht besonders ausgeprägt und Kommentator Alvar Agusti (Barcelona) gibt außerdem zu bedenken, dass nicht nur unterschiedliche Inhalatoren benutzt wurden, sondern auch zwei verschiedene ß2-Agonisten. Seiner Meinung nach ist die TRIBUTE-Studie aber dennoch ein Schritt hin zum Management der COPD mittels einer Dreifachkombination aus einem einzigen Inhalator.