Weltweiter Rückgang der Inzidenz intrakranieller Aneurysma-Blutungen


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Die weltweite Inzidenz von Aneurysma-bedingte Subarachnoidalblutungen (SAB) ist gesunken. Zeitgleich damit gibt es eine Abnahme bei den Blutdruckwerten und der Raucher-Prävalenz.

Hintergrund

Ausgangspunkt der Metaanalyse waren kürzlich veröffentlichte, zum Teil widersprüchliche Daten verschiedener registerbasierter oder regionaler Studien zur Inzidenz von Subarachnoidalblutungen.

Design

In die aktuelle systematische Übersichtsarbeit flossen Daten aller weltweiten, bevölkerungsbasierten Schlaganfall-Studien der letzten 60 Jahre ein. Zum einen erfasste die Studie dabei das Auftreten von aneurysmatischen intrakraniellen Blutungen regional und deren Häufigkeit im zeitlichen Verlauf. Darüber hinaus stellte die Metaanalyse die Entwicklung der Faktoren Blutdruck und Rauchen in Relation zur SAB-Inzidenz. Insgesamt wurden 75 Studien mit 8.176 Patienten berücksichtigt.

Hauptergebnisse

  • Weltweit nahm die SAB-Inzidenz nnerhalb von 30 Jahren (1980 bis 2010) um rund 40 Prozent ab, und zwar von 10,2 pro 100.000 Personenjahren auf 6,1. Zwischen 1955 und 2014 sank sie jährlich um 1,7 Prozent.
  • Bei der Inzidenz-Entwicklung gab es erhebliche Schwankungen zwischen den Regionen, unterschiedlichen  Altersgruppen sowie Männern und Frauen. So sank in Europa die Inzidenz um 40,6 Prozent, in Asien um 46,2 Prozent und in Nordamerika um 14 Prozent. In Japan stieg die Inzidenz in den letzten drei Jahrzehnten hingegen um 59,1 Prozent.
  • Mit jeder Abnahme des systolischen Blutdruckwertes um 1 mmHg ging eine Abnahme der SAB-Inzidenz um 7,1 Prozent einher; beim diastolischen Wert betrug die relative Reduktion 11,5 Prozent pro 1 mmHg; 
  • Mit der Abnahme der Raucher-Prävalenz um ein Prozent war eine Abnahme der SAB-Inzidenz um 2,4 Prozent verbunden.

Klinische Bedeutung

Obgleich diese Metaanalyse keinen kausalen Zusammenhang zwischen der SAB-Inzidenz und der Abnahme des Butdrucks sowie der Raucher-Prävalenz belegen kann, liefert sie dennoch Argumente für weiterhin verstärkte Bemühungen gegen Bluthochdruck und Nikotin-Abusus. Noch unbeantwortet ist die Frage, ob sich eine Senkung des Blutdrucks auch bei Patienten mit zufällig entdeckten Aneurysmen, die nur mittels Bildgebung kontrolliert werden, günstig auf die Gefäßmalformationen auswirkt. Dieser Frage gehen die Autoren der Metaanalyse in der prospektiven Phase-3-Studie PROTECT-U nach.

Finanzierung: keine  Angaben