Weltdrogentag: Kinder- und Jugendärzte warnen vor Legalisierung von Cannabis

  • Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ)

  • von Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) warnt vor der Legalisierung von Cannabis. Gesundheitliche Risiken durch den Konsum der klassischen Einstiegsdroge würden verharmlost, heißt es in einer Stellungnahme der DAKJ anlässlich des Weltdrogentags am 26. Juni.

Häufiger Konsum unter den 18 bis 25-Jährigen

„Wir Kinder- und Jugendärzte setzen uns seit langem für Präventionskampagnen gegen den Konsum von Drogen und Suchtstoffen durch Kinder und Jugendliche ein“, betont Prof. Hans-Iko Huppertz, DAKJ-Generalsekretär in einer aktuellen Mitteilung des Verbandes. Dies gelte für legale Drogen wie Tabak und Alkohol und erst recht für die vom Gesetzgeber für illegal erklärten Substanzen wie Cannabis.

Die von der Bundesregierung 2018 veröffentlichte CaPRis-Studie zeigt, dass der Konsum vor allem bei jungen Menschen weit verbreitet ist. Danach haben in der Altersgruppe der 15- bis 34-Jährigen 13,2 Prozent Cannabis in den letzten 12 Monaten konsumiert, in der Altersgruppe der 18- bis 25-jährigen sind es sogar 17,6 Prozent. Welche nachteiligen Wirkungen Cannabis insbesondere für Kinder und Jugendliche haben kann, wurde indessen in zahlreichen Studien untersucht. Das Fazit: Je jünger die Konsumenten, desto schwerwiegender die Folgen.

Erhöhtes Risiko für psychotische Störungen

Als psychoaktive Substanz kann Cannabis die Gehirnentwicklung beeinträchtigen und zu Persönlichkeitsstörungen führen, insbesondere, wenn es bereits in jungen Jahren regelmäßig konsumiert wird. Hinzu kommt die Gefahr, dass viele Cannabissorten heutzutage sehr hohe Tetrahydrocannabinol(THC)-Konzentrationen aufweisen und es zu einer Potenzierung der schädigenden Wirkung kommt, heißt es in der Mitteilung. Wissenschaftliche Studien zeigen darüber hinaus einen deutlichen Anstieg des Risikos für psychotische Störungen und die Entwicklung eines cannabisbezogenen Abhängigkeitssyndroms.

„Wir beobachten deshalb mit großer Sorge, wenn außerhalb medizinischer Indikationen und schmerztherapeutischer Anwendungen von einigen politischen Parteien über eine Legalisierung von Cannabis für den Freizeitgebrauch nachgedacht wird“, so Huppertz. Solche Diskussionen würden vor allem jüngeren Menschen suggerieren, Cannabis sei eine ungefährliche Substanz, die man ohne Risiken wie ein harmloses Genussmittel konsumieren könne.

Legalisierung gefährdet Suchtprävention

Aus Sicht der Kinder- und Jugendmedizin ist es besonders besorgniserregend, dass es in Staaten mit legalisierter Freigabe von Cannabis zu einem Anstieg der Zahl jugendlicher Konsumenten sowie einer Zunahme von Gesundheitsschäden durch Intoxikation bei Kindern gekommen ist. Zudem ist Cannabis eine klassische Einstiegsdroge. Durch eine Legalisierung von Cannabis würden laut DAKJ die gesundheitlichen Gefahren des Cannabiskonsums verharmlost und jahrzehntelange erfolgreiche Präventionsbemühungen im Suchtbereich konterkariert.