WCLC 2019 – Untersuchung von Immuntherapiekombinationen als Mittel der ersten Wahl bei speziellen Populationen mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom


  • Cristina Ferrario — Agenzia Zoe
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Bei speziellen Populationen von Patienten mit einem bislang unbehandelten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) in fortgeschrittenem Stadium hat die Kombination aus Nivolumab und Ipilimumab ein konsistentes Sicherheitsprofil, wie etwa bei Patienten mit Komorbiditäten oder einem Index von 2 bezüglich Allgemeinzustand nach der Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG-PS).
  • Die Ergebnisse bezüglich Wirksamkeit sind ermutigend.
  • Die Wirksamkeit scheint sich bei Patienten mit hoher molekularer Tumorlast (TMB) oder höherer PD-L1-Tumorexpression zu verbessern.

Warum das wichtig ist

  • Patienten mit einem ECOG-PS von 2 oder mit Komorbiditäten stellen einen großen Anteil der NSCLC-Patienten dar, die häufig von Zulassungsstudien ausgeschlossen werden.
  • Es liegen nur begrenzte Daten zu Immuntherapien für diese gebrechlichen Populationen vor.

Studiendesign

  • Alle Patienten hatten ein unbehandeltes fortgeschrittenes NSCLC ohne bekannte EGFR- oder ALK-Veränderungen.
  • Kohorte A (n = 391) umfasste Patienten mit ECOG-PS 0–1; die Kohorte A1 (spezielle Populationen, n = 198) umfasste Patienten mit ECOG-PS 2 oder ECOG-PS 0–1 und einer Komorbidität (asymptomatische unbehandelte Hirnmetastasen, Leber- oder Nierenfunktionsbeeinträchtigung, HIV).
  • Patienten der Kohorte A1 wurden in eine Gruppe mit ECOG-PS 2 (n = 139) und eine Gruppe mit allen anderen speziellen Populationen (AASP, n = 59) aufgeteilt.
  • Die Behandlung bestand aus einer festen Dosis Nivolumab (240 mg) plus Ipilimumab nach Gewicht (1 mg/kg) über zwei Jahre oder bis zur Krankheitsprogression bzw. einer nicht akzeptablen Toxizität.
  • Die Analysen in Kohorte A1 waren explorativ; zu den Endpunkten zählten ausgewählte behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse (TRAE), schwerwiegende UE, IMUE, das progressionsfreie Überleben (PFS), die objektive Ansprechrate (ORR), die Dauer des Ansprechens (DOR) und das Gesamtüberleben (OS).
  • Die Wirksamkeit anhand von TMB und PD-L1 wurde in beiden Kohorten beurteilt.

Wesentliche Ergebnisse

  • Ein konsistentes Sicherheitsprofil wurde zwischen Kohorte A und A1 beobachtet, wobei Raten von 35 % bzw. 28 % in Bezug auf TRAE mit Schweregrad 3–4 sowie höhere Werte bei AASP als in der Untergruppe mit ECOG-PS 2 verzeichnet wurden.
  • In Kohorte A1 betrug die ORR bei allen behandelten Patienten 24 %, 19 % in der Gruppe mit ECOG-PS 2 und 37 % bei AASP.
  • Die entsprechenden 1-Jahres-Raten für die DOR lagen bei 57 %, 65 % bzw. 45 %, die 1-Jahres-Raten für das PFS bei 26 %, 25 % bzw. 27 %.
  • In den Kohorten A und A1 wurde ein längeres PFS bei Patienten mit hoher TMB (≥ 10 Mut/Mb) und höherer PD-L1-Expression (≥ 1 % oder ≥ 50 %) beobachtet.

Expertenkommentar

„Wenn es bei der Erstlinienbehandlung von NSCLC einen Platz für Ipilimumab und Nivolumab gibt, dann liefert Checkmate 817 hervorragende Nachweise, dass dieses Mittel in der untersuchten Patientenpopulation sicher und wirksam ist.“ Martin Sebastian. Universitätsklinikum Frankfurt, Deutschland.