WCLC 2019 – Tumormutationslast im Gewebe eignet sich nicht zur Vorhersage des Ansprechens auf Chemoimmuntherapie bei fortgeschrittenem, nicht plattenepithelialem NSCLC


  • Elena Riboldi — Agenzia Zoe
  • Univadis
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Erkenntnis

  • In den Studien KEYNOTE-021 und KEYNOTE-189 war die Tumormutationslast (TMB) im Gewebe von Patienten mit einem nicht vorbehandelten, metastatischen, nicht plattenepithelialen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) nicht mit der Wirksamkeit von Carboplatin und Pemetrexed allein oder in Kombination mit Pembrolizumab assoziiert.

 

Warum das wichtig ist

  • Es liegen nur begrenzt Daten zum Wert der TMB als Biomarker für die Wirksamkeit vor.

 

Studiendesign

KEYNOTE-021

  • Die evaluierbare Population bestand aus 12 von 24 Patienten der Kohorte C (Carboplatin und Pemetrexed plus Pembrolizumab) und aus 58 von 123 Patienten der Kohorte G (Carboplatin und Pemetrexed allein [n = 26] oder Carboplatin und Pemetrexed plus Pembrolizumab [n = 32]).

KEYNOTE-189

  • Die evaluierbare Population bestand aus 293 von 616 Patienten, die mit Pembrolizumab plus Chemotherapie (n = 207) oder einem Placebo plus Chemotherapie (n = 86) behandelt wurden.
  • In beiden Studien wurde die TMB im Gewebe durch eine Gesamtexomsequenzierung des Tumorgewebes und entsprechend abgestimmter normaler DNA beurteilt; eine TMB wurde im Fall von 175 oder mehr Mutationen pro Exom als hoch definiert.
  • Der Zusammenhang zwischen der TMB im Gewebe und der objektiven Ansprechrate (ORR), dem progressionsfreien Überleben (PFS) und dem Gesamtüberleben (OS) wurde untersucht.

 

Wesentliche Ergebnisse

KEYNOTE-021

  • Die TMB im Gewebe als kontinuierliche Variable wies unter Pembrolizumab plus Chemotherapie (einseitiger p = 0,180, 0,187 bzw. 0,081) oder einer reinen Chemotherapie (einseitiger p = 0,861, 0,795 bzw. 0,763) keinen signifikanten Zusammenhang mit ORR, PFS oder OS auf.
  • Es bestand keine signifikante Korrelation zwischen der TMB im Gewebe und der PD-L1-Expression.
  • Bei mit Pembrolizumab plus Chemotherapie behandelten Patienten war die ORR unabhängig vom TMB-Status im Gewebe hoch.

KEYNOTE-189

  • Die TMB im Gewebe als kontinuierliche Variable wies unter Pembrolizumab plus Chemotherapie (einseitiger p = 0,072, 0,075 bzw. 0,174) oder unter dem Placebo plus Chemotherapie (zweiseitiger p = 0,434, 0,055 bzw. 0,856) keinen signifikanten Zusammenhang mit ORR, PFS oder OS auf.
  • Es bestand keine signifikante Korrelation zwischen der TMB im Gewebe und der PD-L1-Expression.
  • Mit Pembrolizumab plus Chemotherapie verbesserten sich OS, PFS und ORR unabhängig vom TMB-Status im Gewebe.

 

Finanzierung

  • MSD

 

Expertenkommentar

  • „Identische Ergebnisse in beiden Studien untermauern das erste Abstract, dessen Zahlen relativ klein waren. Die Ergebnisse stützen frühere Beobachtungen, wonach TMB und PD-L1 unabhängige Identifikationsfaktoren für Patienten sind, die von einer Behandlung mit einer Immuntherapie profitieren würden. Ich frage mich, ob die Ergebnisse gleich wären, wenn die gleiche Analyse im Blut vorgenommen worden wäre.“ Dr. med. Melissa L. Johnson, Sarah Cannon Research Institute (Nashville, USA).