WCLC 2019 – stereotaktische ablative Radiotherapie als kurative Option für synchrones NSCLC im Frühstadium


  • Cristina Ferrario — Agenzia Zoe
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Eine stereotaktische ablative Radiotherapie (SABR) stellt einen potenziell kurativen Ansatz für ein synchrones nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC) im Frühstadium dar und sollte bei der Behandlung entsprechender Patienten in Erwägung gezogen werden.
  • Die Toxizität ist minimal und das dominante Versagensmuster sind Fernmetastasen.

Warum das wichtig ist

  • Bei multifokalem Lungenkrebs ist es schwierig, zu bestimmen, ob die Läsionen getrennte Primärtumoren oder intrapulmonale Metastasen darstellen.
  • Eine sichere und effektive Behandlung ist erforderlich.
  • Zu den lokalen Behandlungsoptionen gehören operative Eingriffe, aber bei einem signifikanten Anteil der Patienten mit diesen Krebserkrankungen handelt es sich nicht um ideale Kandidaten für einen chirurgischen Ansatz.

Studiendesign

  • Retrospektive Überprüfung von Patienten, bei denen ein synchrones NSCLC im Frühstadium diagnostiziert wurde und die zwischen 2005 und 2015 für mindestens eine Läsion mit SABR behandelt wurden.
  • Synchrone Läsionen waren definitionsgemäß mehrere ipsilaterale oder kontralaterale intrapulmonale Läsionen, die innerhalb von 6 Monaten diagnostiziert wurden.
  • Die Studie zielte darauf ab, die Wirksamkeit und die Versagensmuster von SABR als Behandlung für ein synchrones NSCLC im Frühstadium zu bestimmen.

Wesentliche Ergebnisse

  • 82 (9 %) der 912 mit SABR behandelten Patienten wiesen eine synchrone Erkrankung mit insgesamt 169 Läsionen auf.
  • Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 58 Monaten betrugen die progressionsfreien Überlebensraten 85,4 % nach 1 Jahr, 47,3 % nach 3 und 28,5 % nach 5 Jahren.
  • Die Gesamtüberlebensraten betrugen 95,1 %, 66,9 % bzw. 52,4 %, während die Raten für das lokalrezidivfreie Überleben 97,3 %, 79,6 % bzw. 70,8 % betrugen.
  • Bei 39 Patienten (4,28 %) kam es zu einer Krankheitsprogression.
  • Fernrezidive traten bei 25,6 %, isolierte regionäre Rezidive bei 3,7 % der Patienten auf.
  • Es wurden keine akuten/späten Toxizitäten mit Schweregrad 3–4 in Bezug auf Strahlenpneumonitis, Brustwandschmerz, Hauttoxizität, Ösophagitis und Schädigung des Plexus brachialis festgestellt.

Expertenkommentar

„Die Studie zeigte, dass SABR bei Lungenkrebs im Frühstadium eine hervorragende lokale Kontrolle ohne schwere Komplikationen bietet. Multifokaler, synchroner Lungenkrebs könnte ein guter Kandidat für SABR sein.“ Samina Park. Abteilung für Thorax- und Herz-Kreislauf-Chirurgie, Seoul National University Hospital, Seoul National University College of Medicine, Südkorea.