WCLC 2019 – Raucherentwöhnung nach Krebsdiagnose: ein unterschätztes Problem


  • Elena Riboldi - Agenzia Zoe
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Die International Association for the Study of Lung Cancer (IASLC) hat ein Dokument herausgegeben, das Fachpersonen aus dem Gesundheitswesen empfiehlt, ihre Krebspatienten hinsichtlich ihres Tabakkonsums zu befragen und die Raucherentwöhnung als wesentlichen Teil der Krebsversorgung zu betrachten.

 

Warum das wichtig ist

  • Die meisten rauchenden Krebspatienten rauchen auch während der Behandlung und danach weiter.
  • Die Krebsdiagnose stellt einen bevorzugten Zeitpunkt dar, um Nikotinsucht und Interventionen zur Raucherentwöhnung zu besprechen.

 

Wichtigste Punkte

Das Problem

  • Ein Fortsetzen des Rauchens wirkt sich negativ auf das Überleben aus, erhöht die behandlungsbedingte Toxizität sowie das Risiko für einen zweiten Primärtumor und ist mit höheren Behandlungskosten assoziiert.
  • Fachpersonen aus dem Gesundheitswesen unterstützen ihre Patienten oft nicht bei der Raucherentwöhnung.

 

IASLC-Empfehlungen

  • Alle Krebspatienten sollten auf Tabakkonsum untersucht und über den Nutzen einer Tabakentwöhnung aufgeklärt werden.
  • Bei Patienten, die nach einer Krebsdiagnose weiterhin rauchen, sollte die evidenzbasierte Unterstützung einer Raucherentwöhnung routinemäßig und ganzheitlich in die multidisziplinäre Krebsversorgung für Patienten und deren Familienmitglieder integriert werden.
  • Aufklärungsprogramme bezüglich Krebsmanagementmaßnahmen sollten Schulungen zur Raucherentwöhnung, einfühlsame Kommunikation in Bezug auf Tabakkonsum und Entwöhnung sowie den Einsatz bestehender evidenzbasierter Ressourcen zur Raucherentwöhnung umfassen.
  • Beratung und Behandlung zur Raucherentwöhnung sollten erstattungsfähige Dienstleistungen sein.
  • Der Raucherstatus sollte sowohl anfangs als auch während der Studie ein erforderliches Datenelement für alle prospektiven klinischen Studien sein.
  • Bei klinischen Studien mit Krebspatienten sollten Designs berücksichtigt werden, mit denen auch die effektivsten Interventionen zur Raucherentwöhnung bestimmt werden können.

 

Expertenkommentar

Unsere Meinung ist, dass es zum Zeitpunkt der Krebsdiagnose einen verstärkten Fokus auf die Raucherentwöhnung geben sollte. Aktive Interventionen können die Bemühungen der Patienten zum Aufhören stärken.“ Jacek Jassem, Abteilung für Onkologie und Radiotherapie, Medizinische Universität Danzig (Polen).