WCLC 2019 – Pembrolizumab als Monotherapie bei bislang unbehandeltem NSCLC: erste Ergebnisse bei chinesischen Patienten


  • Cristina Ferrario — Agenzia Zoe
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Eine Immuntherapie mit Pembrolizumab als Einzelwirkstoff führt bei nicht vorbehandelten chinesischen Patienten mit einem lokal fortgeschrittenen oder metastatischen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) zu einem besseren Gesamtüberleben (OS) als eine Chemotherapie auf Platinbasis.
  • Das Sicherheitsprofil der Immuntherapie ist günstig.
  • Die Befunde beziehen sich auf Patienten mit PD-L1 exprimierenden Tumoren mit einem Tumor Proportion Score (TPS) von ≥ 1 % und stimmen mit den primären Endpunkten der globalen Studie überein.

Warum das wichtig ist

  • Patienten aus Asien sind in klinischen Studien unterrepräsentiert.
  • In der globalen Studie wurde nachgewiesen, dass Pembrolizumab das OS im Vergleich zu einer Chemotherapie bei derselben Erkrankung verbessert.
  • Daten zur chinesischen Bevölkerung fehlen.

Studiendesign

  • Das Studiendesign war für die globale, offene Studie der Phase III und die chinesische Erweiterungsstudie gleich.
  • Die aufgenommenen Patienten wurden randomisiert und erhielten bis zu 35 Zyklen mit 200 mg Pembrolizumab alle 3 Wochen oder bis zu 6 Zyklen Paclitaxel/Pemetrexed plus Carboplatin, mit optionaler Pemetrexed-Erhaltungstherapie für nicht plattenepitheliale Tumoren.
  • Die Patienten wurden nach Allgemeinzustand (ECOG PS 0/1), Histologie (plattenepithelial/nicht plattenepithelial) und PD-L1-TPS (≥ 50 %/1–49 %) stratifiziert.
  • Das OS bei Patienten mit einem PD-L1-TPS von ≥ 50 %, ≥ 20 % und ≥ 1 % war der primäre Endpunkt.
  • Die Übereinstimmung mit Ergebnissen bei chinesischen Patienten wurde in der Studienerweiterung beurteilt.

Wesentliche Ergebnisse

  • Bis zum Stichtag wurden 262 Patienten mit PD-L1-Expression (TPS ≥ 1 %) und ohne anzielbare EGFR/ALK-Aberrationen in die chinesische Erweiterungsstudie aufgenommen, randomisiert und entweder Pembrolizumab (n = 128) oder einer Chemotherapie (n = 128) zugewiesen.
  • Ein PD-L1-TPS von ≥ 50 % wurde bei 55,7 % der Patienten, ein TPS von ≥ 20 % bei 77,9 % der Patienten beobachtet.
  • Das mediane Gesamtüberleben (mOS) war bei Patienten, die mit einer Immuntherapie behandelt wurden, im Vergleich zur Chemotherapie höher: 20,0 statt 14,0 Monate (HR: 0,62) mit einem PD-L1-TPS von ≥ 50 % und 20,0 statt 13,7 Monate mit einem PD-L1-TPS von ≥ 20 % und ≥ 1 %.
  • In der Pembrolizumab-Gruppe betrugen die objektiven Ansprechraten (ORR) (gemäß RECIST V1.1 nach verblindeter unabhängiger Überprüfung an zentraler Stelle) 41,7 % mit einem TPS von ≥ 50 %, 37,5 % mit einem TPS von ≥ 20 % und 32,8 % mit einem TPS von ≥ 1 %.
  • Die entsprechenden Raten in der Chemotherapie-Gruppe betrugen 24,3 %, 24,3 % und 24,6 %.
  • Die Inzidenz behandlungsbedingter unerwünschter Ereignisse mit Schweregrad 3–5 war unter der Chemotherapie (68 %) etwa viermal höher als unter Pembrolizumab (17 %).

Finanzierung

  • MSD.

Expertenkommentar

„Dies ist die erste Studie, in der die gleiche Wirksamkeit einer Pembrolizumab-Monotherapie bei chinesischen Patienten wie in der globalen Studie nachgewiesen wurde. Da die Toxizität einer Chemotherapie bei Patienten aus Asien anders ist, sind mehr Daten zur Kombination von Immunchemotherapien erforderlich.“ Lizza Hendriks. Maastricht UMC+, Niederlande.