WCLC 2019 – immunbedingte unerwünschte Ereignisse sind bei Patienten mit SCLC mit besseren klinischen Ergebnissen im Zusammenhang mit einer Immuntherapie assoziiert


  • Elena Riboldi — Agenzia Zoe
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Patienten mit einem fortgeschrittenen kleinzelligen Lungenkarzinom (SCLC), die mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren (ICI) behandelt wurden und bei denen es zu immunbedingten unerwünschten Ereignissen (ibUE) kam, wiesen bessere klinische Ergebnisse auf als Patienten, bei denen es nicht zu ibUE kam.

 

Warum das wichtig ist

  • Nur 10–30 % der SCLC-Patienten sprechen auf eine Immuntherapie an und es stehen keine prädiktiven Biomarker zur Verfügung.
  • Eine Korrelation zwischen ibUE und dem klinischen Nutzen von ICI wurde bei dem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom und dem Melanom berichtet; das Bestehen dieses Zusammenhangs bei SCLC ist derzeit nicht bekannt.

 

Studiendesign

  • Eine multizentrische retrospektive Studie wurde an 183 Patienten mit histologisch bestätigtem SCLC durchgeführt, denen in zweiter (n = 135) oder höherer (n = 48) Therapielinie ICI verabreicht wurden.
  • Die Patienten erhielten mindestens eine Dosis eines PD-L1-Inhibitors (Hemmstoff des programmed death ligand-1) allein (n = 109) oder in Kombination mit einem CTLA-4-Inhibitor (Hemmstoff des Oberflächenproteins CTLA-4) (n = 74).
  • Die Inzidenz von ibUE wurde bestimmt.
  • Der Zusammenhang zwischen dem Auftreten von ibUE und den klinischen Ergebnissen wurde anhand eines multivariaten proportionalen Hazard-Modells nach Cox untersucht; ibUE galten als zeitvariante Kovariate.

 

Wesentliche Ergebnisse

  • Die Gesamtansprechrate (13,6 %), das mediane progressionsfreie Überleben (PFS; 1,7 Monate) und das mediane Gesamtüberleben (OS; 5,4 Monate) der gesamten Population spiegelten die Daten aus den bereits veröffentlichten klinischen Studien wider.
  • 73 Patienten (39,9 %) erlitten mindestens ein ibUE (22,4 % mit Schweregrad 1–2; 17,5 % mit Schweregrad 3–4).
  • Die mediane Zeitdauer bis zum ersten Einsetzen eines ibUE betrug 24 Tage (95 %-KI: 21–31).
  • Patienten, bei denen es mindestens zu einem ibUE kam, wiesen eine signifikant höhere objektive Ansprechrate (27,4 % gegenüber 3,6 %) und ein signifikant längeres medianes PFS (3,8 gegenüber 1,3 Monaten) sowie medianes OS (13,8 gegenüber 2,9 Monaten) auf.
  • Das Auftreten von ibUE war mit einem verbesserten PFS (HR: 0,46; p 

 

Einschränkungen

  • Zur Validierung dieser Befunde sind größere Studien erforderlich.