WCLC 2019 – Expertenkommentar – Immuntherapie im klinischen Umfeld: Herausforderungen und Chancen


  • Cristina Ferrario — Agenzia Zoe
  • Univadis
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Jamie E. Chaft ist Fachärztin für Medizinische Onkologe, die sich auf die Versorgung von Patienten mit Lungenkrebs spezialisiert hat. Sie ist mit dem Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York City in den USA verbunden. Ihre Forschungsarbeit konzentriert sich auf die Anwendung multimodaler Therapien und die Identifikation von Biomarkern.

  • Die Immuntherapie (IT) spielt eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs sowie bei nicht resezierbaren Erkrankungen.
  • Bei einer Erkrankung im Stadium IV ist IT beispielsweise der Versorgungsstandard bei der Erstlinienbehandlung von Patienten mit einem Tumor mit hoher PD-L1-Expression, bei denen die Therapie nicht kontraindiziert ist.
  • Des Weiteren verbessert eine Konsolidierungstherapie mit IT bei Patienten mit einem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) im Stadium III, bei denen es unter einer gleichzeitigen Radiochemotherapie nicht zu einer Progression gekommen ist, das progressionsfreie und das Gesamtüberleben. 
  • Für Patienten mit resezierbaren Lungenkrebserkrankungen besteht noch kein nachweislicher Bedarf für eine IT, obwohl außergewöhnliches Interesse für das Thema vorhanden ist.
  • Insbesondere die Rolle der adjuvanten IT nach einer Standardchemotherapie wird in 4 klinischen Studien der Phase III geprüft, die uns sicherlich Erkenntnisse darüber bringen werden, ob ein oder mehrere verfügbare IT-Wirkstoffe in postoperativen Situationen wirksam sind.
  • Die große Herausforderung besteht darin, dass adjuvante Studien viele Jahre der klinischen Nachbeobachtung benötigen, während unsere Patienten Studien benötigen, die Ergebnisse liefern, bevor das Design oder der Wirkstoff veraltet ist. Ein Umdenken beim Design von Studien könnte dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen.
  • Der Einsatz einer IT in neoadjuvanten Situationen kommt nun als neue Möglichkeit für Lungenkrebspatienten zum Vorschein.
  • In präklinischen Modellen erwies sich eine PD-1-Monotherapie als effektiver in neoadjuvanten als in adjuvanten Situationen, und einige frühere Studien haben großes Interesse an der besten neoadjuvanten Therapie angeregt. In vier internationalen Studien werden derzeit Patienten für die Untersuchung einer neoadjuvanten Chemotherapie mit oder ohne IT gesucht.
  • Eine sehr systematische Evaluierung pathologischer Proben und deren Analyse auf eine Weise, die Beurteilungen der therapeutischen Wirksamkeit zulässt, könnte zur Verbesserung dieser IT-Strategien beitragen.
  • Molekulare Tests könnten ein Problem in Bezug auf Zeit- und Geldaufwand sein, aber das Szenario verbessert sich nun aus unterschiedlichen Blickpunkten. Ich glaube, dass wir innerhalb der nächsten Jahre in der Lage sein werden, Treibermutationen in einem angemessenen Zeitrahmen zu identifizieren, um eine adjuvante oder neoadjuvante Therapie verordnen zu können.
  • Neue Studien zur Chemoimmuntherapie werden uns die Möglichkeit bieten, mehr Menschen auf der ganzen Welt zu helfen, aber wir müssen zuerst verstehen, wer diese Medikamente benötigt. Nicht jeder braucht alles, und wir wissen derzeit nicht, wer was braucht.