WCLC 2019 – Einsatz von videogestützter Lungenchirurgie reduziert Komplikationen bei Lobektomie


  • Elena Riboldi — Agenzia Zoe
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Eine Lobektomie mittels videoassistierter thorakoskopischer Chirurgie (VATS) ist mit weniger Schmerzen, signifikant weniger krankenhausbedingten Komplikationen und einer kürzeren Aufenthaltsdauer als eine Lobektomie mittels Thorakotomie assoziiert.
  • Der Einsatz einer Schlüssellochoperation beeinflusst die frühen onkologischen Ergebnisse nicht (Lymphknotendissektion, Hochstufung von mediastinalen Lymphknoten, Komplettresektion).

 

Warum das wichtig ist

  • Es liegen nur begrenzte Informationen von randomisierten kontrollierten Studien hoher Qualität über klinische Wirksamkeit, Sicherheit und onkologische Ergebnisse von VATS bei Lungenkrebs vor.

 

Studiendesign

  • In die VIOLET-Studie wurden 503 Patienten mit Lungenkrebs bzw. mit entsprechendem Verdacht aufgenommen, wobei die Einstufung gem. TNM8 innerhalb von cT1–3, cN0–1 und M0 lag.
  • Die Patienten wurden aufgeteilt (Verhältnis von 1 : 1; Stratifizierung nach Operateur) und entweder einer VATS (1–4 Zugangswege) oder einem offenen Eingriff unterzogen; die Zuweisung erfolgte für die Patienten verblindet.
  • Lymphknotendissektion und Schmerzbehandlung waren standardisiert.
  • Das primäre Ergebnis war die körperliche Funktionsfähigkeit nach 5 Wochen.
  • Die Schmerzen wurden an Tag 1–2 anhand der Visuellen Analogskala beurteilt; die Schmerzbewertung wurde um die Menge der Analgetika bereinigt.

 

Wesentliche Ergebnisse

  • Die Rate gutartiger Resektionen betrug 1,2 %, die der Mortalität im Krankenhaus 1,4 % und die der Umstellungen auf eine offene Operation 6,4 %.
  • Im Vergleich zu Patienten im Arm mit offenen Operationen wiesen Patienten im VATS-Arm an Tag 2 einen niedrigeren Schmerzwert auf (Differenz: -0,49; p = 0,044).
  • Patienten im VATS-Arm erlitten weniger unerwünschte Ereignisse im Krankenhaus (32,8 % gegenüber 44,3 %; RR: 0,74; p 
  • Intraoperative Blutungen traten bei 6,2 % der Patienten auf, die sich einer VATS unterzogen, und bei 3,9 % der Patienten, die sich einer offenen Operation unterzogen.
  • Die mediane Aufenthaltsdauer betrug 4 Tage mit VATS und 5 Tage bei einem offenen Eingriff (HR für Entlassung: 1,34; p = 0,006).
  • Die Raten der Komplettresektionen waren ähnlich (97,4 % mit offener Operation, 97,8 % mit VATS).
  • Die Anzahl der entnommenen Lymphknotenstationen war identisch (Medianwert: 5; IQR: 4–6).
  • Eine Hochstufung des Lymphknotenbefalls von cN0/1 auf pN2 wurde bei 6,2 % der Patienten im VATS-Arm und bei 4,8 % der Patienten im Arm mit offenen Operationen beobachtet (p = 0,503).

Finanzierung

  • National Institute for Health Research, Vereinigtes Königreich.

Expertenkommentar

„Ich finde dies eine gut konzipierte und gut durchgeführte prospektive Studie an mehreren Institutionen. Sie zeigt eindeutig, dass VATS mit weniger Komplikationen und weniger Schmerzen assoziiert ist, während gleichwertige onkologische Ergebnisse aufrechterhalten werden. Ich glaube, dass wir in Zukunft die Thorakotomie als Versorgungsstandard für Lungenkrebs im Frühstadium nicht mehr akzeptieren können.“ Dr. med. Jessica S. Donington, University of Chicago Medicine, USA.