WCLC 2019 – Durvalumab plus Chemotherapie verbessert Überlebenschancen von Patienten mit ausgedehntem SCLC wesentlich


  • Cristina Ferrario — Agenzia Zoe
  • Univadis
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Erkenntnis

  • In der Erstlinienbehandlung eines ausgedehnten kleinzelligen Lungenkarzinoms (ES-SCLC) verlängert die Zugabe von Durvalumab (D) zur Standardchemotherapie auf Basis von Etoposid-Platin (EP) das Gesamtüberleben (OS) wesentlich und senkt das Sterberisiko um 27 %.
  • Es traten keine neuen Sicherheitssignale mit der Kombinationstherapie auf.

Warum das wichtig ist

  • Patienten mit ES-SCLC, die mit Etoposid-Platin behandelt werden, erleiden normalerweise innerhalb von 6 Monaten ein Rezidiv, und das mediane OS beträgt ca. 10 Monate.
  • Seit über drei Jahrzehnten sind nur begrenzte Alternativen verfügbar, und es werden neue Behandlungen benötigt, um das Überleben zu verlängern.

Studiendesign

  • In der offenen, multizentrischen Studie CASPIAN in Phase III wird Durvalumab (D) mit oder ohne Tremelimumab in Kombination mit EP als Erstlinienbehandlung bei ES-SCLC untersucht.
  • Die Ergebnisse einer geplanten Zwischenanalyse zu Durvalumab plus EP (D+EP) im Vergleich zu EP werden nachfolgend erläutert.
  • Patienten mit zuvor unbehandeltem ES-SCLC wurden randomisiert und erhielten entweder 1.500 mg Durvalumab plus EP alle 3 Wochen (n = 268) oder nur EP alle 3 Wochen (n = 269).
  • In der Immuntherapie-Gruppe wurden die Patienten mit bis zu 4 Zyklen EP und anschließend mit Durvalumab als Erhaltungstherapie bis zur Progression behandelt.
  • In der Chemotherapie-Gruppe wurden bis zu 6 Zyklen EP und eine optionale prophylaktische kraniale Bestrahlung (PCI) nach Ermessen des Prüfarztes verabreicht.
  • Die Prüfärzte durften das Platinregime (Carboplatin oder Cisplatin) im Sinne der aktuellen klinischen Praxis frei wählen.
  • Der primäre Endpunkt war das OS; die sekundären Endpunkte umfassten das progressionsfreie Überleben (PFS) und die objektive Ansprechrate (ORR).

Wesentliche Ergebnisse

  • Das OS war in der D+EP-Gruppe signifikant höher als in der EP-Gruppe (HR: 0,73; p = 0,0047), wobei ein medianes OS von 13,0 im Vergleich zu 10,3 Monaten beobachtet wurde.
  • Nach 18 Monaten waren 33,9 % der mit D+EP sowie 24,7 % der mit EP behandelten Patienten am Leben.
  • Die PFS-Rate nach 12 Monaten betrug 17,5 % mit D+EP und 4,7 % mit EP; die bestätigte ORR (vom Prüfarzt gemäß RECIST V1.1 beurteilt) lag bei 67,9 % bzw. 57,6 %.
  • Die Sicherheitsdaten waren in beiden Gruppen ähnlich, wobei 61,5 % der Patienten in der D+EP-Gruppe und 62,4 % in der EP-Gruppe unerwünschte Ereignisse (UE) mit Schweregrad 3–4 meldeten.

Finanzierung

  • AstraZeneca.

Expertenkommentar

„Die CASPIAN-Studie bestätigte die Rolle von Immun-Checkpoint-Inhibitoren bei ES-SCLC. Angesichts der Wirksamkeit einer Immuntherapie bei SCLC, die bei einer Minderheit der Patienten beobachtet wird, sind Studien zu prädiktiven Biomarkern angezeigt, um Patienten zu identifizieren, die eher davon profitieren könnten.“ Ahn, M. J. Professor der Abteilung für Hämatologie und Onkologie, Abteilung Medizin. Samsung Medical Center, Medizinische Fakultät der Sungkyunkwan-Universität, Seoul, Südkorea.