Was ist die beste Alternative zu Metformin bei Typ-2-Diabetes?

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  • Clinical Summary
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Erkenntnis

  • Eine Metaanalyse deutet darauf hin, dass für Patienten mit Typ-2-Diabetes (T2D), die Metformin nicht einnehmen können, Glukagon-ähnliches-Peptid-1-Rezeptoragonisten (GLP-1RAs), basierend auf Wirksamkeit und Sicherheit, möglicherweise die insgesamt beste Erstlinientherapie darstellen, andere Wirkstoffe jedoch möglicherweise individuelle Notwendigkeiten besser erfüllen.

Warum das wichtig ist

  • Die klinischen Leitlinien für T2D empfehlen Metformin als bevorzugte initiale Monotherapie, zusätzlich zu Lebensstil-Interventionen.
  • Für Patienten mit Metformin-Kontraindikationen/-Unverträglichkeit empfehlen die Leitlinien die Wahl eines Medikaments aus einer anderen Wirkstoffklasse auf Grundlage der Patientenfaktoren und der medikamentenspezifischen Wirkungen.
  • Für alle Medikamente als alternative initiale T2D-Monotherapien liegen nur wenige systematische/vergleichende Daten vor.

Studiendesign

  • Metaanalyse von 185 randomisierten Studien mit 38.376 Patienten, die randomisiert 23 Medikamenten aus 8 Klassen oder Placebo/Lebensstilinterventionen zugewiesen wurden
  • Finanzierung: National Natural Science Foundation of China, Jiangsu Planning Office of Philosophy and Social Science, Fundamental Research Funds for the Central Universities

Wesentliche Ergebnisse

  • HbA1c (167 Studien: n = 34.133 Patienten): Sulfonylharnstoffe führten zur stärksten Senkung unter allen Medikamentenklassen, Bereich: von 0,40 % (95 %-KI: 0,09–0,72 %) verglichen mit GLP-1RAs bis 0,95 % (95 %-KI: 0,61–1,29 %) verglichen mit Gliniden.
  • Nüchternplasmaglukose (163 Studien, n = 33.963): Sulfonylharnstoffe führten ebenfalls zu den stärksten Senkungen, Bereich: von 0,79 mmol/l (95 %-KI: 0,22–1,36) verglichen mit Thiazolidindionen (TZDs) bis 1,95 mmol/l (95 %-KI: 1,39–2,51) verglichen mit Gliniden.
  • BMI (67 Studien, n = 4.990): Metformin, GLP-1RAs und α-Glukosidase-Inhibitoren (AGIs) führten zu signifikant stärkeren Verringerungen als Dipeptidylpeptidase-4-Inhibitoren (DPP-4is), TZDs und Sulfonylharnstoffen, während Natrium-Glukose-Cotransporter-2-Inhibitoren (SGLT2is) Sulfonylharnstoffen überlegen waren.
    • Die größte Differenz wurde zwischen Metformin und Sulfonylharnstoffen beobachtet (-2,50 [95 %-KI: -3,96 bis -1,04] kg/m2) und die kleinste zwischen AGIs und DPP-4is (-0,96 [95 %-KI: -1,87 bis -0,05] kg/m2).
  • HDL-Cholesterin (72 Studien, n = 12.578): TZDs führten mit 0,07–0,09 mmol/l zu signifikant größeren Anstiegen als Metformin, DPP-4is und GLP-1RAs.
  • Systolischer Blutdruck (35 Studien, n = 9.553): SGLT2is führten zu signifikant stärkeren Senkungen als Metformin, DPP-4is und TZDs, Bereiche: von 2,68 mmHg (95 %-KI: 0,30–5,06) verglichen mit Metformin bis 4,96 mmHg (95 %-KI: 1,74–8,18) verglichen mit TZD.
  • Hypoglykämie (103, n = 28.678): mit Sulfonylharnstoffen bestanden signifikant höhere Hypoglykämierisiken als mit allen anderen Arzneimittelklassen, außer mit Gliniden, wobei die relativen Risiken im Bereich von 3,45 (95 %-KI: 1,09–10,91) gegenüber GLP-1RAs bis 11,08 (95 %-KI: 3,33–36,87) gegenüber TZDs lagen.
  • Mortalität (116, n = 24.976): die meisten Studien (101/116) berichteten über keine Todesfälle im Studienzeitraum und es wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Medikamentenklassen beobachtet.
  • Durch unerwünschte Ereignisse bedingte Abbrüche (152, n = 34.569): 77 Studien berichteten, dass keine aufgetreten sind. AGIs führten zu einem signifikant höheren Risiko für Abbrüche aufgrund unerwünschter Ereignisse als TZDs (2,05; 95 %-KI: 1,09–3,85), Metformin (2,49; 95 %-KI: 1,43–4,35), DPP-4is (2,80; 95 %-KI: 1,70–4,61) oder SGLT2is (2,89; 95 %-KI: 1,65–5,07).

Einschränkungen

  • Die Metaanalyse wies Schwächen auf, einschließlich eines Verzerrungsrisikos.
  • Die meisten berücksichtigten Studien waren kurz (< 1 Jahr).