Wann sollte man adjuvante Bestrahlung beim Kolonkarzinom einsetzen?

  • Wegner RE & al.
  • Ann Surg Oncol
  • 12.11.2019

  • von Jim Kling
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Adjuvante Bestrahlung war mit einem verbesserten Überleben bei Patienten mit reseziertem Kolonkarzinom verbunden, sowohl bei T4-Erkrankung als auch bei positivem Resektionsrand.

Warum das wichtig ist

  • Es existieren keine aktuellen Leitlinienempfehlungen dazu, wann adjuvante Bestrahlung beim Kolonkarzinom angewandt werden sollte.
  • Die Autoren empfehlen, dass diejenigen, die eine adjuvante Bestrahlung bei Patienten mit hohem Risiko für lokales Versagen erwägen, eine präoperative Bildgebung zur Unterstützung des Targetings und bei der Resektion einen Clip oder die Platzierung eines Referenzpunktes durchführen sollten, um die Feldgröße einzugrenzen und die Toxizität zu verringern.

Studiendesign

  • Retrospektive Analyse der Aufzeichnungen der National Cancer-Datenbank (n=23.325).
  • Finanzierung: keine.

Wesentliche Ergebnisse

  • 7% der Patienten unterzogen sich einer adjuvanten Bestrahlung.
  • Die mittlere Bestrahlungsdosis war 50,4 Gy in 28 Fraktionen.
  • Die durchschnittliche Beobachtungszeit war 36 Monate.
  • Eine Propensityscore-gematchte Analyse zeigte ein mittleres Überleben von 80 Monaten mit Bestrahlung und 74 Monaten ohne Bestrahlung (p=0,25).
  • Die Subgruppenanalyse ergab ein längeres Überleben im Zusammenhang mit einer Operation bei Patienten mit pT4-Stadium sowie positiven Schnitträndern (66 vs. 47 Monate; p=0,02), jedoch nicht bei Patienten mit pT4 oder positiven Schnitträndern allein.
  • Die Bestrahlung war verbunden mit einem längeren Überleben bei Patienten, die sich einer R2-Resektion unterzogen (57 vs. 32 Monate; p=0,04), jedoch nicht bei R1-Resektion.

Einschränkungen

  • Retrospektive Analyse.