Vorhofflimmern: Lebenszeitrisiko angeblich größer als angenommen


  • Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften 

Das Lebenszeitrisiko für Vorhofflimmern ab einem Alter von 55 beträgt 37 Prozent. Da es stark von genetischen Faktoren und von modifizierbaren klinischen Parametern wie Übergewicht und Bluthochdruck abhängt, kann dieses Risiko allerdings stark schwanken.

Hauptergebnisse 

Von 4.606 Personen, die im Alter von 55 Jahren kein Vorhofflimmern hatten, entwickelten innerhalb einer medianen Beobachtungszeit von 9,4 Jahren 580 diese Herzrhythmusstörung. 

Die Berechnung des Lebenszeitrisikos für Vorhofflimmern ergab für mindestens 55-Jährige einen Wert von rund 37 Prozent. Dieses Risiko hängt von genetischen Faktoren und von Parametern wie Übergewicht oder Blutdruck ab. In Abhängigkeit davon schwankt es zwischen rund 22 und 48 Prozent.

Design

Das Lebenszeit-Risiko für Vorhofflimmern wurde anhand von Daten der Framingham Heart Study geschätzt. Zudem wurde mit einem speziellen Score das genetisch bedingte Risiko für Vorhofflimmern ermittelt. Berücksichtigt wurden außerdem kardiovaskulär relevante Parameter wie Blutdruck, Gewicht, Diabetes und Infarkt-Anamnese.  Finanzierung: National Institutes of Health in Bethesda, USA.

Klinische Bedeutung

Das Lebenszeitrisiko für Vorhofflimmern ab einem Alter von 55 ist laut den Autoren mit 37 Prozent größer als bislang angenommen. Es hängt stark von  genetischen Faktoren und modifizierbaren klinischen Parametern wie Übergewicht und Bluthochdruck ab. Vorhofflimmern tritt ab einem bestimmten Alter auch bei den Menschen auf, die ein gutes klinisches Risikoprofil haben, und zwar auch bei fehlender genetischer Disposition.

Besonders gefährdet sind Patienten mit genetischer Disposition, auch wenn ihr klinisches Risikoprofil gut ist. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass das individuelle Lebenszeitrisiko für Vorhofflimmern genauer eingeschätzt werden kann, wenn die genetische Disposition und das klinische Risikoprofil berücksichtigt werden. Das Lebenszeitrisiko kann reduziert werden, indem etwas gegen modifizierbare klinische Risikofaktoren getan wird.