Vorgeburtliches Vitamin D: Kein Einfluss auf die Asthma-Inzidenz nach 6 Jahren

  • New England Journal of Medicine

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Die Vitamin D-Supplementierung in der Schwangerschaft scheint langfristig keine positiven Auswirkungen auf die Inzidenz von Asthma und wiederkehrender Keuchatmung der Kinder zu haben.

Hintergrund

Eine pränatale Supplementierung der werdenden Mutter mit Vitamin D könnte bei Kindern im Alter von 3 Jahren eine protektive Wirkung auf Asthma und wiederkehrende Keuchatmung haben, so das Ergebnis einer früheren Studie der Autoren. Mittlerweile haben sie die Kinder bis zum Alter von 6 Jahren nachverfolgt, und präsentieren hier ein Update ihrer Ergebnisse.

Design

Verblindete Folgestudie zum Vitamin D Antenatal Asthma Reduction Trial. Gefragt wurde, ob die Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft 4400 Internationale Einheiten (IU) Vitamin D3 erhalten hatten, nach 6 Jahren eine niedrigere Rate an Asthma und wiederkehrender Keuchatmung haben würden als die Kinder von Müttern, die 400 IU Vitamin D3 bekommen hatten.

Ergebnisse

  • 806 Kinder wurden in die Analyse eingeschlossen, 360 davon entwickelten bis zum Alter von 6 Jahren Asthma und / oder eine wiederkehrende Keuchatmung. In der Gruppe unter hochdosiertem Vitamin D waren es 176 Kinder (43,5 %), in der Kontrollgruppe 184 (45,9 %) – es gab also keinen Unterschied.
  • Eine Stratifizierung der Ergebnisse nach pränatalen Vitamin D-Spiegeln der Mutter ergab Hinweise auf einen Effekt: Im höchsten Quartil mit Serum-Konzentrationen von 25-Hydoroxyvitamin D > 35 ng/ml hatte es 76 Ereignisse unter 105 Kindern gegeben, im untersten Quartil (≤ 20 ng/ml) waren es 110 Ereignisse bei 200 Kindern. Dies entspricht einem adjustierten Chancenverhältnis von 0,74 bei einem 95%-Konfidenzintervall von 0,54 bis 1,02.
  • Sekundäre Studienziele waren Ekzeme, Heuschnupfen und Infektionen der unteren Atemwege gewesen. Hier gab es zwischen den beiden Studiengruppen keine signifikanten Unterschiede, ebenso wenig bei spirometrischen Messungen.

Klinische Bedeutung

Die Autoren verweisen darauf, dass eine Meta-Analyse ihrer früheren Studie zusammen mit einer dänischen Untersuchung den positiven Effekt der Intervention bezüglich der Verhinderung von Asthma und wiederkehrender Keuchatmung bis zum Alter von 3 Jahren bestätigt habe. Auch beim Follow-Up der dänischen Studie ging der Effekt aber später verloren. Die Autoren präsentieren dafür mehrere mögliche Erklärungen, auf eine Handlungsanleitung verzichten sie jedoch.

Finanzierung: National Heart, Lung, and Blood Institute, National Institutes of Health.