Vitamin-D-Supplementierung ohne Nutzen bei den meisten nicht-ossären Erkrankungen


  • Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Es gibt weiterhin wenige Belege dafür, dass Vitamin-D-Supplemente vor nicht-ossären Erkrankungen schützen. Allerdings gibt es Hinweise auf mögliche immunmodulatorische Effekte, wodurch das Vitamin vor akuten Infekten der oberen Atemwege und Asthma-Exazerbationen schützen könnte.

Hauptergebnisse

Keine Effekte der Vitamin-D-Gabe auf die meisten in der Analyse berücksichtigen nicht-ossären Störungen und Krankheiten, darunter etwa

  • kardiovaskuläre Krankheiten
  • Adipositas
  • Glukose-Stoffwechsel
  • Depressionen
  • Tuberkulose und kolorektale Adenome.

Außerdem: kein Effekt auf Biomarker einer systemischen Entzündung.  Aber: Hinweise auf eine mögliche Prävention von akuten oberen respiratorischen Infekten und Asthma-Exazerbationen durch Vitamin-D-Supplementierung.

Design

Auswertung von 35 Metaanalysen und 202 einzelnen, nicht in den Metaanalysen berücksichtigten Studien zum Zusammenhang von Vitamin-D-Spiegel und -Supplementierung sowie nicht-ossären Erkrankungen, etwa kardiovaskulären Erkrankungen, Tumor- und Atemwegs-Erkrankungen. Publikationszeitraum 1. Januar 2013 bis 31. Mai 2017. 

Klinische Bedeutung

Die Metaanalyse spricht dafür, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel eher die Folge als die Ursache einer schlechten Gesundheit  bzw. einer Erkrankung ist. Die Ergebnisse lassen nach Ansicht der Autoren vermuten, dass die Vitamin-D-Supplementierung möglicherweise durch immunmodulatorische Effekte die Immunabwehr stärkt und so vor akuten oberen respiratorischen Infekten und Asthma-Exazerbationen schützt. Dies bestätigt auch die Erfahrungen von Patienten und Ärzten.