Vitamin-D-Mangel bei mehr als einem Viertel der Engländer über 50 – mehr als die Hälfte ist unterversorgt.

  • Aspell N & al.
  • Nutrients
  • 01.06.2019

  • von Dr. Stefanie Reinberger
  • Studien – kurz & knapp
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Kernaussagen

  • Vitamin-D-Mangel ist in England bei Menschen über 50 weit verbreitet: 58,7% der Probanden hatten ein unzureichendes Vitamin-D-Niveau. Bei 26,5% wurde ein Vitamin-D-Mangel nach den Kriterien des Institute of Medicine (IOM) festgestellt.

  • Supplementierung ist eine Wirksame Methode gegen Vitamin-D-Mangel.

 

Hintergrund

Vitamin D wird im Körper hauptsächlich durch die Exposition mit Sonnenlicht gebildet, wird in geringerem Umfang aber auch durch die Nahrung aufgenommen. Es spielt eine entscheidende Rolle für einen gesunden Knochenaufbau. Außerdem gibt es vermehrt Hinweise darauf, dass Vitamin D auch für die Muskulatur sowie für die allgemeine Gesundheit von Bedeutung ist. Gerade bei älteren Menschen wirkt sich ein Vitamin-D-Mangel negativ auf die Gesundheit aus. Allem voran sind hier Knochenabbau und ein erhöhtes Risiko für Frakturen zu nennen. Doch auch für die Krebsentstehung, Störungen der Immunfunktion, Kardiovaskuläre Erkrankungen, Demenz und die allgemeine Sterblichkeit spielt ein Vitamin-D-Mangel eine Rolle. Ziel der vorliegenden Studie war es, den Vitamin-D-Mangel in der Bevölkerung zu erfassen und die Risikogruppen  im Alter besser einzugrenzen.

Studiendesign

Daten von 6004 über 5 0 -jährigen Probanden aus der ELSA-Studie ( English Longitudinal Study of Ageing) wurden ausgewertet. Um einen Vitamin D-Mangel festzustellen wurden zwei verschiedene Kriterien herangezogen: Institute of Medicine (IOM) (

 

Hauptergebnisse

  • Die Gesamtprävalenz für einen Vitamin-D-Mangel lag gemäß IOM bei 26.4% and gemäß ES bei 58.7%.

  • Als eine Hauptrisikogruppe (nach IOM-Kriterien) wurden Frauen identifiziert (OR 1.23; CI: 1.04–1.44), die älter sind als 80 (OR: 1.42; CI: 1.01–1.93), rauchen (OR: 1.32; CI:1.09–1.58), keiner weißen Ethnie angehören (OR: 3.8; CI:2.39–6.05), übergewichtig sind (OR: 1.32; CI:1.09–1.58) und laut Selbstauskunft eine schlechten Gesundheitszustand haben (OR:1.99; CI:1.33, 2.96)

  • Das Risiko war bei Einwohnern Südenglands geringer (OR: 0.78; CI:0.64–0.95).

  • Faktoren die das Risiko für einen Vitamin-D-Mangel verringern waren Verrentung, ein normaler BMI, körperliche Aktivität, Vitamin-D-Supplementierung, Reisen in sonnige Länder sowie das Sommerhalbjahr.

 

Klinische Bedeutung

Die Studienergebnisse belegen, dass Vitamin-D-Mangel in England bei Menschen über 50 ein häufig auftretendes Problem ist. Die Häufigkeit eines Vitamin-D-Mangels ist nach Angaben der Studienautoren vergleichbar mit anderen Ländern der selben Breitengrade. Entscheidend sei, dass es in Ländern wie Finnland, die noch weiter in Norden liegen, gelungen ist, den Vitamin-D-Mangel in der Bevölkerung durch konsequente Supplementierung zu bekämpfen. In der vorliegenden Studie supplementierten lediglich 4,4% der Probanden Vitamin-D.

Limitierungen

Daten zu Sonnenschutz, Sonnenexposition, Vitamin D in der Nahrung sowie nicht verschriebene Supplementierung wurden nicht berücksichtigt.

Finanzierung

Irish Research Council Postgraduate Scholarship (NA)