Viertlinientherapie mit Ripretinib bei fortgeschrittenen gastrointestinalen Stromatumoren erfolgreich

  • Lancet Oncology

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Auch nach der Entwicklung von Resistenzen gegen Imatinib, Sunitinib und Regorafenib profitierten Patienten mit fortgeschrittenen gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) von dem Rezeptor-Tyrosin-Kinase-Hemmer Ripretinib. Sie überlebten damit progressionsfrei 6,3 Monate und insgesamt 15,1 Monate (Median-Werte).

Hintergrund

Eine Herausforderung bei der Behandlung von Patienten mit GIST ist die Entwicklung von Resistenzen gegen zugelassene Inhibitoren des KIT Proto-Onkogens, der Rezeptor-Tyrosin-Kinase, und des “Platelet-derived growth factor receceptor α“. Erprobt wurde hier Ripretinib, ein Wirkstoff aus der Klasse der Rezeptor-Tyrosin-Kinase-Inhibitoren mit breiter Aktivität auch bei Mutationen in drei genannten Proteinen.

Design

Die Phase-3-Studie INVICTUS war doppel-blind, randomisiert und Placebo-kontrolliert. Eingeschlossen wurden 129 Patienten aus spezialisierten Kliniken in 12 Ländern. Sie waren mindestens 18 Jahre alt, litten unter fortgeschrittenen GIST, hatten einen ECOG-Status von 0 – 2, und waren unter mindestens Imatinib, Sunitinib und Regorafenib progredient, bzw. vertrugen sie diese Medikamente nicht. Die Randomisierung erfolgte im Verhältnis 2:1 auf Ripretinib (150 mg täglich oral) oder Placebo. Nach Progression – beurteilt durch eine verblindete Übersichtsgruppe - war den Placebo-Patienten das Überwechseln in die Ripretinib-Gruppe erlaubt.

Ergebnisse

  • Die mediane Nachverfolgungszeit betrug 6,3 Monate unter Ripretinib und 1,6 Monate unter Placebo.
  • Im doppel-blinden Abschnitt der Studie hatte das mediane progressionsfreie Überleben unter Ripretinib 6,3 Monate betragen gegenüber 1,0 Monaten unter Placebo. Dies entspricht einem Chancenverhältnis HR von 0,15 bei einem 95%-Konfidenzintervall von 0,09 – 0,25 (p
  • Das Gesamtüberleben betrug unter Ripretinib 15,1 Monate gegenüber 6.6 Monaten unter Placebo (HR 0,36; 95%-KI 0,21 – 0,62), inklusive des offenen Abschnitts der Studie.
  • Beim Abschluss der Datenerhebung waren 31 bzw 59 % der Patienten in den beiden Gruppen gestorben. Daraus wurden 12-Monats-Überlebensraten von 65,4 bzw 25,9 % berechnet.
  • Nebenwirkungen, die bei mehr als 20 % der Patienten unter Ripretinib beobachtet wurden, waren Haarausfall, Myalgie, Übelkeit, Fatigue, Hand-Fuß-Syndrom und Durchfall.

Klinische Bedeutung

Die Studie belegt die Wirksamkeit von Ripretinib als Viertlinien- oder spätere Therapie für Patienten mit fortgeschrittenen GIST. Nach Kenntnis der Studienautoren wurde in dieser Indikation erstmals eine derartige Verlängerung des progressionsfreien Überlebens und des medianen Gesamtüberlebens bei guter Verträglichkeit und akzeptablem Sicherheitsprofil demonstriert.

Finanzierung: Deciphera Pharmaceuticals.