Viele Patienten mit neu auftretendem Vorhofflimmern nach Koronararterienbypass können wahrscheinlich auf Antikoagulation verzichten

  • Taha A & al.
  • J Am Heart Assoc

  • Univadis
  • Clinical Summary
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Erkenntnis

  • Bei Patienten, die sich einem Koronararterienbypass (CABG) unterziehen und postoperativ Vorhofflimmern (VHF) entwickeln, kann das Schlaganfallrisiko bei denjenigen mit einem CHA2DS2-VASc-Score von 1 oder 2 wahrscheinlich durch eine Therapie nur mit Thrombozytenaggregationshemmern angemessen behandelt werden.

Warum das wichtig ist

  • Eine orale Antikoagulation ist mit Risiken, Kosten und Unannehmlichkeiten verbunden.

Wesentliche Ergebnisse

  • 97,1 % der Patienten wurden mit Medikamenten zur Thrombozytenaggregationshemmung entlassen.
  • Rate ischämischer Schlaganfälle nach 1 Jahr je CHA2DS2-VASc-Score:
    • 0,3 % mit einem Score von 1 (5,2 % der Patienten)
    • 0,7 % mit einem Score von 2 (16,7 % der Patienten)
    • 1,5 % mit einem Score von 3 (26,1 % der Patienten)
    • ≥ 2,3 % mit einem Score von ≥ 4 (52,0 % der Patienten)
  • Rate jeglicher Thromboembolien: 0,7 %, 1,4 %, 2,2 % und ≥ 3,0 % bei Scores von 1 bis ≥ 4
  • Rate schwerer Blutungen: 1,7 %, 1,7 %, 2,7 % und ≥ 3,3 % bei Scores von 1 bis ≥ 4
  • Prognostische Leistung des CHA2DS2-VASc-Scores:
    • Ischämischer Schlaganfall:
      • Fläche unter der Kurve: 0,67
      • Spezifität bei Scores von 1 und 2: 1,0 bzw. 0,98
    • Jegliche Thromboembolien:
      • Fläche unter der Kurve: 0.64
      • Spezifität bei Scores von 1 und 2: 1,0 bzw. 0,98

Studiendesign

  • Schwedische populationsbasierte Kohortenstudie mit 6.368 Patienten mit neu aufgetretenem postoperativem VHF nach einer ersten isolierten CABG, die ohne orale Antikoagulation entlassen wurden (mediane Nachbeobachtung: 5,2 Jahre)
  • Wichtigstes Ergebnis: Ischämischer Schlaganfall
  • Finanzierung: Swedish Heart Lung Foundation, andere Sponsoren

Einschränkungen

  • Auswahlverzerrung, verbleibende Störfaktoren
  • Nicht diagnostiziertes präoperatives VHF
  • Gültigkeit für längerfristige Prognose unbekannt