Versorgungsleitlinie Asthma betont Bedeutung der Symptomkontrolle für Klassifikation und Therapie


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Nicht der Schweregrad, sondern die Kontrolle der Symptome ist entscheidend für die Klassifikation und Therapie des Asthmas, heißt es in der neuen Fassung der nationalen Versorgungsleitline.

Hintergrund

Nationale Versorgungsleitlinien wurden bislang für 7 Indikationen verabschiedet und bieten eine „systematisch entwickelte Entscheidungshilfe über die angemessene ärztliche Vorgehensweise bei speziellen gesundheitlichen Problemen im Rahmen der strukturierten medizinischen Versorgung“. Sie wurden imitiert von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften und werden erstellt durch das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin.

Design

Die bisherige NVL Asthma wurde durch Vertreter von 21 Fachgesellschaften und Organisationen geprüft und anhand neuer Erkenntnisse aus Forschung und Versorgung überarbeitet. Es handelt sich bei dieser 3. Auflage um eine Teilpublikation, zur der die Themen Asthmaanfall, Schwangerschaft, Rehabilitation, komplementäre Therapien und berufsbedingtes Asthma zeitnah ergänzt werden sollen. Die Leitlinie ist gültig bis spätestens September 2023 oder bis zur nächsten Überarbeitung.

Hauptergebnisse

  • Die NVL umfasst auf 106 Seiten 119 Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie der Asthmas für alle Altersgruppen sowie 5 Patientenblätter zur Unterstützung eines strukturierten Arzt-Patienten-Gesprächs. Es gibt 223 Literaturangaben.
  • Die Einteilung des Asthmas nach dem Schweregrad hat keinen Stellenwert mehr. Entscheidend für die Klassifikation und Therapie ist die Asthmakontrolle.
  • Die Grundprinzipien der Therapie sind unverändert: Reicht die Bedarfsmedikation nicht aus, sollen kontinuierlich inhalative Kortikosteroide eingenommen werden.
  • Die Experten sprechen sich gegen eine Monotherapie mit lang wirkenden Beta-2-Symphatomimetika.
  • Schulungen haben einen hohen Stellenwert und sollen das Selbstmanagement der Patienten unterstützen. Der Arzt soll daher vor einer Therapieeskalation nicht nur eine Allergie- und Umweltkontrolle vornehmen, sowie die Adhärenz und die Diagnose überprüfen, sondern eben auch etwaigen Schulungsbedarf ermitteln. Allen Patienten mit einer Langzeittherapie sollen diese Schulungen empfohlen und ermöglicht werden.

Klinische Bedeutung

Eine wichtige Neuerung ist, dass die Symptomkontrolle und nicht der Schweregrad ausschlaggebend sein soll für die Therapie des Asthmas. Außerdem gewinnt das Selbstmanagement einen höheren Stellenwert. Dazu gehört auch, dass Schulungen, beispielsweise im Umgang mit den Inhalatoren, als fester Bestandteil des Disease Management anerkannt werden.  

Finanzierung: Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung.