Versorgungsatlas-Studie zur ischämischen Herzerkrankung publiziert

  • Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland

  • von Dr. med. Thomas Kron
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaften

Männer haben laut einer aktuellen Versorgungsatlas-Studie weitaus häufiger eine ischämische Herzerkrankung als Frauen. 2018 waren Männer mit acht Prozent mehr als doppelt so oft betroffen wie Frauen (3,9 Prozent). Zudem entwickelte sich die Erkrankungshäufigkeit im Untersuchungszeitraum bei Frauen und Männern unterschiedlich. Während die Prävalenz bei Frauen um 14 Prozent zurückging, blieb sie bei Männern zwischen den Jahren 2009 und 2018 nahezu unverändert. Eine positive Entwicklung zeichnet sich in neuen Bundesländern ab.

Prävalenz-Rückgang in neuen Bundesländern

2018 wurde bei 4,42 Millionen Versicherten eine ischämische Herzerkrankung diagnostiziert, was einer rohen Prävalenz von 6,1 % entsprach. Die altersstandardisierte Prävalenz ging bei Frauen im Studienverlauf kontinuierlich von 4,5 % (2009) auf 3,9 % (2018) zurück. Männer zeigten einen Anstieg der standardisierten Prävalenz von 8,0 % im Jahr 2009 auf 8,2 % im Jahr 2014 und einen Rückgang in den Folgejahren (2018: 8,0 %). Durch Alters- und Geschlechtsstandardisierung reduzierte sich die Variation der Prävalenz zwischen den KV-Bereichen im Jahr 2018 um 45 % (Variationskoeffzient, roh: 0,26, standardisiert: 0,14). 

In den zehn Beobachtungsjahren nahm die standardisierte Prävalenz in den meisten ostdeutschen Bundesländern, die zu Studienbeginn besonders hohe Werte aufwiesen, überproportional ab. Trotzdem wurde auch noch 2018 eine um 25 % höhere alters- und geschlechtsstandardisierte Prävalenz im Osten (6,7 %, ohne Berlin) gegenüber dem Westen Deutschlands (5,3 %) beobachtet.

Bei den Daten handelt es sich laut einer Mitteilung um die zentralen Ergebnisse einer Versorgungsatlas-Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi), die aktuell in Berlin veröffentlicht wurde. Die jährliche Diagnoseprävalenz ist auf Basis krankenkassenübergreifender vertragsärztlicher Abrechnungsdaten für die Jahre 2009 bis 2018 auf Bundesebene, nach den Bereichen der Kassenärztlichen Vereinigungen und nach Kreisen ermittelt worden.