Versorgungs-Barrieren und schlechte geistige Gesundheit erhöhen nach einem HIV-Test die Mortalität


  • Daniela Ovadia — Agenzia Zoe
  • Medical News
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Kernbotschaften

  • HIV-Infizierte geben häufiger als HICV-negative Menschen Barrieren zu einer medizinischen Versorgung und schlechte mentale Gesundheit an.
  • Diese Faktoren erhöhen - unabhängig vom Serostatus - die 5-Jahres-Mortalität nach einem HIV-Test; sie sollten genutzt werden, Hochrisiko-Personen zu identifizieren. 

Kontextbezogene Faktoren beeinflussen das Überleben von HIV-Infizierten; allerdings ist wenig darüber bekannt, wie dies bei knappen Ressourcen ist. In dieser Studie in Durban (Südafrika) identifizierten die Autoren einige kontextbezogene Mortalitäts-Prädiktoren, die dazu genutzt werden können, Hochrisiko-Personen zu erkennen, die eine intensive Verlaufskontrolle benötigen, unabhängig von ihrem Serostatus.

4816 Erwachsene (medianes Alter 31) wurden vor einem HIV-Test in die Studie aufgenommen; 1897 (39%) waren HIC-positiv. Daten zum Überleben gab es von 2508 Teilnehmern: 380 (15%) starben innerhalb einer medianen Beobachtungszeit von 5,8 Jahren.

Versorgungs-Hürden, die die Überlebensprognose verschlechterten, waren bei HIV-Infizierten unabhängig vom Serostatus häufiger. Jede weitere Barriere erhöhte die HR (Hazard Ratio) für Tod bei HIV-Positiven und bei HIV-Negativen um 11 Prozent.

Außerdem hatten HIV-Infizierte eine schlechtere mentale Gesundheit als Nicht-Infizierte; doch eine schlechte geistige Gesundheit erhöhte in beiden Gruppen die Mortalität: mit jeder Abnahme um 10 Punkte bei einem Score zur mentalen Gesundheit stieg die Mortalität um sieben Prozent.

Das Mortalitäts-Risiko war bei HIV-Infizierten größer als bei HIV-Negativen, variierte allerdings in Abhängigkeit vom Alter: Die HR reichte von 6,59 bei 20-Jährigen bis herab zu 1,13 bei 60-Jährigen.

Limitierungen: Bei der statistischen Analyse wurde eine ART nicht berücksichtigt (keine Adjustierung); Psychose-Symptome und Begleiterkrankungen wurden nicht bedacht.