Verringerte Mortalität bei Darmkrebspatienten, die Empfehlungen der US-Krebsgesellschaft einhalten


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Patienten mit Darmkrebs, deren Lebensstil den Richtlinien der Amerikanischen Krebsgesellschaft (ACS) folgt, (gesundes Gewicht, körperliche Aktivität und nahrhafte Ernährung) hatten nach 7 Jahren ein 9 % niedrigeres absolutes Mortalitätsrisiko als solche, die sich nicht an die Empfehlungen hielten.

Hintergrund

Obwohl es zahlreiche Empfehlungen zur Ernährung und zur Lebensweise für Krebspatienten gibt, beruhen diese eher auf Plausibilität denn auf hochwertigen Studien. Auch die ACS hatte bereits 2001 Richtlinien veröffentlicht, die zuletzt 2012 aktualisiert worden waren, deren Auswirkungen auf das Überleben der Betroffenen bisher jedoch unbekannt waren.

Design

Beobachtungsstudie mit 992 Patienten mit Darmkrebs des Stadium III (Lymphknotenbefall), die zwischen 1999 und 2001 an einer randomisierten Studie zur Chemotherapie teilgenommen hatten. Sie wurden gemäß ihrer Adhärenz mit den ACS-Richtlinien zum Zeitpunkt der Therapie und 6 Monate danach mit 0 - 6 Punkten bewertet für das Einhalten eines Body-Mass-Index im Zielbereich, körperliche Aktivitäten und den Konsum von Gemüse, Obst, Getreide sowie rotem bzw. verarbeitetem Fleisch. Außerdem konnte sie Skala unter Berücksichtigung des Alkoholkonsums auf 8 Punkte erweitert werden.

Hauptergebnisse

  • Patienten, deren Lebensstil weitgehend mit den ACS-Richtlinien konform war (5 – 6 von maximal 6 Punkten) hatten während des median 7 Jahre langen Follow-Up ein niedrigeres Mortalitätsrisiko.
  • Im Vergleich mit Patienten, welche die Richtlinien gar nicht oder kaum beachteten (0 bis 1 Punkte), war das absolute Sterberisiko der „hochkonformen“ Patienten um 9 Prozentpunkte niedriger, was einer relativen Reduktion um 42 Prozent entspricht (P=0,01).
  • Wurde auch der Alkoholkonsum mitberücksichtigt erweiterte sich die Skala auf maximal 8 Punkte. Hier hatten dann hochkonforme Patienten mit 6 – 8 Punkten ein 51 % niedrigeres relatives Sterberisiko als solche mit 0 – 2 Punkten.

Klinische Bedeutung

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die unterschiedliche Adhärenz der Patienten auf präexistenten Differenzen zwischen den Gruppen beruhen könnte. Lässt man diesen Vorbehalt beiseite, so scheinen die gängigen Empfehlungen der meisten Fachgesellschaften zu einer gesunden Lebensweise auch nach einer Darmkrebserkrankung Bestand zu haben. Dies, und die mangelnde Evidenz für spezielle „Krebsdiäten“ sollten im Gespräch mit den Patienten hervorgehoben werden.

Finanzierung: National Cancer Institute.