Verlängerte frühe Antibiotika-Therapie beeinträchtigt möglicherweise das Mikrobiom von Frühgeborenen

  • Gasparrini AJ, et al.
  • Nature Microbiology
  • 09.09.2019

  • von Priscilla Lynch
  • Medical News
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Eine frühe Langzeit-Antibiose fördert bei Frühgeborenen womöglich die Entwicklung einer multiresistenten bakteriellen Darmflora, wie eine neue Studie in Nature Microbiology nahelegt.

Die Forscher verwendeten komplementär metagenomische und kultur-basierte Verfahren sowie Techniken des maschinellen Lernens, um Darmflora und Resistom bei Frühgeborenen zu untersuchen, die während und nach einem Krankenhausaufenthalt Antibiotika erhielten. 

Analysiert wurden Stuhlproben von 32 sehr vorzeitigen Frühgeborenen, die 21 Monate lang Antibiotika erhielten, von neun sehr vorzeitigen Frühgeborenen, die für weniger als eine Woche nur als Neugeborene Antibiotika bekamen, und von 17 gesunden, voll ausgetragenen Säuglingen sowie späten Frühgeborenen.

Die Forscher fanden bei extrem vorzeitigen Frühgeborenen mit früher Langzeit-Antibiose ein dauerhaft angereichertes gastrointestinales Resistom, anhaltend vorhandene multiresistente Enterobacteriacea und deutliche, auf Antibiotika zurückzuführende Mikrobiom- und Resistom-Muster.

Darüber hinaus enthielten die Genome der Frühgeborenen mit intensiver Antibiotika-Therapie Gene für die Resistenz gegen Antibiotika, die normalerweise Neugeborene nicht erhalten, wie etwa Ciprofloxacin und Chloramphenicol.

Diese Befunde machen deutlich, wie notwendig Alternativen zu Breitspektrum-Antibiotika zur Infektions-Kontrolle auf Neugeborenen-Intensivstationen und weitere Forschung dazu sind.

„Dies sollte nicht nur zu therapeutischen Ansätzen wie Antibiotika mit engem Keimspektrum und Probiotika führen, sondern auch zu einer präziseren und schnelleren Diagnostik, um unnötige Antibiotika-Therapien zu reduzieren“, so die Autoren.