Vergütung: KBV will endlich Klarheit

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Berlin (pag) – Offene Vergütungsfragen will die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) endlich geklärt haben. In einem Brief an den GKV-Spitzenverband appelliert der Vorstand, die Probleme anzugehen. Untermauert wird das Anliegen durch eine aktuelle Umfrage des Zentralinstituts (Zi) für die kassenärztliche Versorgung unter knapp 1.900 Praxen.

 

Im Fokus der KBV stehen die gestiegenen Kosten für Hygienemaßnahmen, die Förderung von Hausbesuchen sowie die Aufwendungen für Digitalisierung und Datenschutz. „Zu allen diesen Themen ist die Finanzierung zum Teil bereits seit mehreren Jahren nicht geklärt,“ so der Verband. Die Finanzierung der steigenden Hygienekosten beispielsweise stehe seit 2013 auf der Agenda. Entscheidungen dazu werden laut KBV-Chef Dr. Andreas Gassen unter „fadenscheinigen Begründungen“ immer wieder vertagt. „Mit dieser Hinhaltetaktik muss jetzt endlich Schluss sein.“ Laut Zi-Umfrage haben Praxen von März bis August dieses Jahres im Schnitt mehr als 1.300 Euro für persönliche Schutzausrüstung und weitere Hygienemaßnahmen wie Plexiglastrennwände zum Infektionsschutz gegen die Corona-Pandemie aufgewendet.

 

Mit 23 Euro seien Hausbesuche nach wie vor „unzumutbar niedrig“ bewertet, meint KBV-Vizechef Dr. Stephan Hofmeister. Eine Lösung müsse auch für den Strukturzuschlag gefunden werden, den die KBV zur Förderung der hausärztlichen Versorgung seit Jahren fordert. Weiterer Beratungsbedarf bestehe hinsichtlich der ärztlichen Finanzierung auf den Gebieten der elektronischen Patientenakte, digitalen Gesundheitsanwendungen, medizinischen Informationsobjekte und Telematikinfrastruktur. Für den Datenschutz habe jede Praxis 2019 durchschnittlich 2.932 Euro bezahlt, rund 18 Prozent mehr als 2018, hat das Zi herausgefunden. Insgesamt schlugen die IT-Kosten in den Praxen 2019 mit rund 6.000 Euro zu Buche, die Steigerung betrage 60 Prozent im Vergleich zu 2017.

 

Die KBV weist darauf hin, dass in der Ärzteschaft ohnehin große Unzufriedenheit herrsche, nachdem Mitte September vom Erweiterten Bewertungsausschuss der Orientierungswert für 2021 festgelegt worden war.